Italienische Wirtschaft: Wachstumsprognosen und Inflationsdaten
Die Banca d'Italia veröffentlicht ihren aktuellen Bericht zur italienischen Wirtschaft. Er zeigt ein moderates, aber sich verlangsamendes BIP-Wachstum und eine steigende Inflation im Frühjahr 2026.
Wirtschaftsaktivität und Arbeitsmarkt
Die italienische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein BIP-Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach 0,3 Prozent im vierten Quartal 2025 und 0,2 Prozent im dritten Quartal 2025.
Für das Gesamtjahr 2024 lag das Wachstum bei 0,8 Prozent, für 2025 bei 0,5 Prozent.
Die Industrieproduktion zeigte im Jahresverlauf 2025 und Anfang 2026 eine volatile Entwicklung.
Das Geschäftsklima in der Industrie verbesserte sich leicht, während das Vertrauen der Haushalte stabil blieb.
Der Arbeitsmarkt präsentierte sich robust: Die Beschäftigung stieg, und die Aktivitätsrate der 15- bis 64-Jährigen erreichte hohe Werte.
Die Arbeitslosenquote im Euroraum, einschließlich Italien, zeigte eine positive Entwicklung.
Die vertraglichen Löhne und Arbeitskosten pro Stunde im nicht-landwirtschaftlichen Privatsektor verzeichneten im Jahresvergleich moderate Anstiege.
Preisentwicklung und Außenhandel
Die Verbraucherpreisinflation (HVPI) in Italien stieg im Mai 2026 auf 3,3 Prozent im Jahresvergleich, nach 2,8 Prozent im April.
Die Kerninflation, ohne Energie und Nahrungsmittel, lag im Mai bei 2,0 Prozent.
Die Energiepreise trugen im März und April 2026 wieder positiv zur Gesamtinflation bei.
Die Hauspreise zeigten bis Ende 2025 einen moderaten Anstieg.
Der Wert der Warenexporte Italiens und des Euroraums zeigte eine Erholung.
Die Preiswettbewerbsfähigkeit Italiens blieb im Vergleich zu wichtigen Wettbewerbern relativ stabil.
Die Leistungsbilanz verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Überschuss von 3,5 Mrd. Euro, was auf eine Verbesserung der externen Position hindeutet.
Zwischen Stabilität und neuen Risiken
Der Bericht liefert eine umfassende Datengrundlage, ohne jedoch die zugrunde liegenden Spannungen zu adressieren.
Das moderate Wachstum bei gleichzeitig steigender Inflation könnte die EZB unter Druck setzen, ihre geldpolitische Straffung fortzusetzen.
Die Resilienz des Arbeitsmarktes ist zwar positiv, doch die strukturellen Herausforderungen der italienischen Wirtschaft bleiben ungelöst.
Quelle: The Italian economy in brief, No. 6 - June 2026
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