Banca d'Italia und Istat legen Studie zu Italiens Vermögensentwicklung vor
Banca d'Italia und Istat haben ihre gemeinsame Jahrespublikation zur Finanz- und Sachvermögensentwicklung Italiens veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass das Nettovermögen der Haushalte 2024 auf 11.732 Milliarden Euro stieg, real aber unter dem Niveau von 2021 liegt.
Haushaltsvermögen steigt nominal, sinkt real
Das Nettovermögen der italienischen Haushalte erreichte Ende 2024 nominal 11.732 Milliarden Euro, ein Anstieg von 2,8 Prozent gegenüber 2023. Real liegt es jedoch aufgrund der hohen Inflation von 2022 immer noch über 5 Prozent unter dem Wert von 2021. Der Zuwachs bei den Sachanlagen um 1,9 Prozent wurde durch den Anstieg des Immobilienwerts getragen.
Finanzanlagen wuchsen um 3,6 Prozent, hauptsächlich durch steigende Marktpreise von Investmentfondsanteilen, Schuldverschreibungen und Versicherungsreserven.
Die Finanzverbindlichkeiten stiegen moderat durch höhere sonstige Verbindlichkeiten.
International blieb das Verhältnis von Haushaltsnettovermögen zu verfügbarem Bruttoeinkommen in Italien und Kanada stabil, während es in Frankreich und Großbritannien das dritte Jahr in Folge sank.
Unternehmen legen zu, Staat verliert
Das Nettovermögen der nicht-finanziellen Unternehmen erreichte 2024 1.015 Milliarden Euro, getragen von Sachanlagen wie Immobilien und Maschinen sowie Finanzinstrumenten.
Die Verschuldungsquote sank in Italien, Großbritannien und Kanada, stieg aber in Frankreich.
Finanzunternehmen verzeichneten ein Bruttovermögenswachstum von 1,2 Prozent, beendeten damit eine Kontraktionsphase, hauptsächlich durch Aktien und Investmentfondsanteile.
Das Nettovermögen des Staates war Ende 2024 mit -1.522 Milliarden Euro negativ und verschlechterte sich weiter, da die Verbindlichkeiten um 3 Prozent stiegen.
International verschlechterte sich das Verhältnis von Staatsnettovermögen zum BIP nur in Italien und Frankreich.
Italiens Vermögenslage: Gemischtes Bild
Die Publikation liefert wichtige Einblicke in die Vermögensentwicklung Italiens, zeigt aber ein differenziertes Bild.
Während Haushalte und Unternehmen nominal zulegen, bleibt die reale Entwicklung der Haushalte und die negative Staatsvermögenslage besorgniserregend.
Die internationale Vergleichbarkeit unterstreicht zudem spezifische Schwachstellen, die weitere Beobachtung erfordern.