Italiens Sektorenvermögen 2024: Haushalte reicher, Staat ärmer
Die Banca d'Italia und Istat veröffentlichen neue Daten zum Vermögen Italiens. Ende 2024 stieg das Nettovermögen der Haushalte nominal um 2,8 Prozent auf 11.732 Milliarden Euro, während das Nettovermögen des Staates auf minus 1.522 Milliarden Euro sank.
Haushalte legen nominal zu, real aber noch unter 2021
Ende 2024 erreichte das Nettovermögen italienischer Haushalte 11.732 Milliarden Euro, ein nominales Plus von 2,8 Prozent gegenüber 2023. Real liegt es jedoch aufgrund der hohen Inflation von 2022 immer noch über 5 Prozent unter dem Wert von 2021. Der Anstieg der nicht-finanziellen Vermögenswerte (+1,9 Prozent nominal) wurde hauptsächlich durch den Wertzuwachs von Wohnimmobilien getragen, der in den letzten drei Jahren deutlich wuchs.
Finanzielle Vermögenswerte stiegen um 3,6 Prozent, vor allem durch Kursgewinne bei Investmentfondsanteilen, Schuldverschreibungen und Versicherungsreserven.
Die Finanzschulden nahmen nur moderat zu.
Das Nettovermögen nicht-finanzieller Unternehmen betrug 2024 1.015 Milliarden Euro.
Hier wuchsen Immobilien, Maschinen und Anlagen sowie das Aktienportfolio.
Staatliches Vermögen weiter im Minus
Das Bruttovermögen der Finanzunternehmen stieg um 1,2 Prozent und beendete damit die seit 2022 andauernde Kontraktionsphase.
Haupttreiber auf der Aktivseite waren Aktien und Investmentfondsanteile.
Die Verbindlichkeiten wuchsen ebenfalls um 0,9 Prozent, wobei die Einlagenfinanzierung deutlich zurückging.
Das Nettovermögen des italienischen Staates war Ende 2024 mit minus 1.522 Milliarden Euro negativ und verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr.
Dies ist auf ein Wachstum der Verbindlichkeiten um 3 Prozent zurückzuführen, während das Bruttovermögen weitgehend stabil blieb.
International verschlechterte sich das Verhältnis des staatlichen Nettovermögens zum BIP nur in Italien und Frankreich.
Ein Blick in Italiens finanzielle Seele
Die Studie zeigt eine klare Zweiteilung: Private Haushalte bauen Vermögen auf, während der Staat immer tiefer in die roten Zahlen rutscht.
Dies verdeutlicht die strukturellen Probleme in Italiens öffentlichen Finanzen, die trotz privater Markterfolge bestehen bleiben.
Eine solche Schere birgt langfristig erhebliche Stabilitätsrisiken für das Land.