Inlandsverschuldung erhöht Zinslast afrikanischer Staaten
Trotz eines Wirtschaftswachstums von 4,4 Prozent im Jahr 2025 leidet Afrika unter den Folgen des Nahost-Konflikts. Der Wechsel zu Schulden in heimischer Währung schützt zwar vor Wechselkursrisiken, treibt jedoch die Zinsausgaben auf 14 Prozent der Staatseinnahmen.
Der Nahost-Konflikt trifft Afrikas Rohstoffimporte
Der Konflikt im Nahen Osten und Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verteuern Energie und Düngemittel in Afrika drastisch.
Zwar erholte sich das BIP-Wachstum der Region 2025 auf 4,4 Prozent nach 3,7 Prozent im Vorjahr, doch die neuen Importpreisschocks belasten Haushalte und Agrarsektoren schwer.
Zugleich zehren Kürzungen bei der offiziellen Entwicklungshilfe an den Spielräumen der Staaten.
Zwar sank das mediane primäre Haushaltsdefizit von 1,4 Prozent im Jahr 2024 auf 1,1 Prozent des BIP im Jahr 2025, die Gesamtverschuldung verharrt jedoch bei rund 57 Prozent.
Nettozinszahlungen zehren mittlerweile im Median 14 Prozent der staatlichen Einnahmen auf und schränken den finanzpolitischen Handlungsspielraum drastisch ein.
Hohe Renditen statt Wechselkursrisiko
Um Währungsrisiken ausländischer Kredite zu vermeiden, emittieren afrikanische Staaten verstärkt Anleihen in Heimwährung.
Der Anteil lokaler Währungen an den Neuemissionen stieg von vernachlässigbaren Werten Anfang der 2010er Jahre auf 67 Prozent im Jahr 2024.
Diese Strategie verhindert zwar währungsbedingte Abwertungskrisen, bringt jedoch hohe Kosten mit sich: Lokale Papiere tragen Renditen von 10 bis 13 Prozent, während multilaterale Kredite meist unter 2 Prozent liegen.
Zudem stieg der Anteil der Staatsanleihen in den Bilanzen lokaler Banken im Schnitt auf 20 Prozent der Aktiva.
Gefährlicher Tausch der Risiken
Der Wechsel zu lokaler Verschuldung löst ein Problem und schafft direkt das nächste.
Die Verlagerung der Risiken auf heimische Banken und die Zentralbank gefährdet die Finanzstabilität und verdrängt private Kredite.
Ohne den Aufbau tieferer, lokaler Kapitalmärkte droht afrikanischen Staaten trotz sinkender Währungsrisiken eine Zinsfalle.