Hauser: Phillips-Kurve ist gekrümmt, nicht linear
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Hauser: Phillips-Kurve ist gekrümmt, nicht linear

Die Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit ist nicht linear, sondern gekrümmt. Andrew Hauser von der BIZ betont die Relevanz dieser Erkenntnis für die Geldpolitik, besonders nach der Post-Covid-Inflation.

Die vernachlässigte Kurve kehrt zurück

Jahrzehntelang wurde Phillips' ursprüngliche Erkenntnis, dass die Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit nicht linear, sondern gekrümmt ist, in Politik und Wissenschaft ignoriert.

Man ging von einer weitgehend linearen und flachen Kurve aus.

Diese Annahme erwies sich jedoch als problematisch, als die Inflation nach Covid weltweit unerwartet stark anstieg, begleitet von nahezu Vollbeschäftigung.

Obwohl die Debatte über die Ursachen des Inflationsschubs noch andauert, hat die Annahme, dass übermäßige Nachfrage zumindest teilweise verantwortlich war, zu einem erneuten Interesse an Phillips' nichtlinearer Kurve geführt.

Hauser fasst den aktuellen Wissensstand zusammen und reflektiert die Implikationen für die geldpolitische Strategie.

Von Phillips' Empirie zur RBA-Anwendung

Andrew Hauser würdigt in seiner Rede die Pioniere Douglas Copland und Bill Phillips, die beide eine zutiefst praktische Auffassung von Ökonomie teilten.

Phillips' bahnbrechende Arbeit von 1958 beschrieb erstmals die empirische, nichtlineare Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) erkannte die Bedeutung dieser Erkenntnis frühzeitig und sponserte Phillips 1959, um seine Ergebnisse auf australische Daten zu übertragen.

Trotzdem unterschätzten selbst die RBA-Modelle den Inflationsanstieg nach Covid, da sie hauptsächlich über Perioden mit flacheren Kurventeilen geschätzt wurden und die Komplexität der Nichtlinearitäten nicht vollständig erfassten.

Die Details der Krümmung zählen

Die Nichtlinearität der Phillips-Kurve ist keine technische Randnotiz, sondern hat erstklassige Implikationen für Geldpolitiker.

Es reicht nicht aus, die Kurve als nichtlinear zu kennen; die Details sind entscheidend.

Wir müssen verstehen, wie steil sie ist, welche Position sie einnimmt und unter welchen Bedingungen sie sich verschieben oder versteilern könnte.