Zhang warnt vor KI-bedingtem Herdenverhalten und Cyberrisiken
Tao Zhang, Asien-Pazifik-Chefrepräsentant der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), erläuterte am 20. Oktober 2026 in Peking, wie künstliche Intelligenz Preisbildung, Herdenverhalten und Cyberrisiken verändert.
Schnellere Preise, stärker gekoppelte Risiken
KI-gestützte Preissetzung erlaubt Unternehmen häufigere Anpassungen an Kosten, Nachfrage und Marktbedingungen.
Zhang zufolge können gesamtwirtschaftliche Schocks dadurch schneller auf Verbraucherpreise durchschlagen.
Nutzen Finanzinstitute ähnliche Modelle, Daten und Entscheidungsregeln, drohen gleichgerichtete Verkäufe oder Kreditentscheidungen.
Verschuldung und schwer verkäufliche Anlagen verstärken solche Bewegungen.
Eine BIZ-Analyse verweist auf mehr Fremdfinanzierung einschließlich privater Kredite sowie zirkuläre Finanzierungen im KI-Ökosystem.
KI stärkt die Cyberabwehr, beschleunigt aber auch Angriffe und verkürzt Reaktionszeiten.
Störungen gemeinsamer Technologie-, Daten- und Dienstleistungsanbieter können mehrere Institute zugleich treffen.
Mehr Aufsicht über gemeinsame Abhängigkeiten
Der BIZ-Jahreswirtschaftsbericht 2026 fordert bessere aufsichtliche Einblicke in die KI-Nutzung.
Zhang nennt Prüfungen gemeinsamer Risiken bei Preisverlusten, Anbieterausfällen und modellgetriebenen Entscheidungen, aber keine überall nötige makroprudenzielle Maßnahme.
Menschliches Urteil bleibt zentral.
Im Projekt Spectrum erprobten der BIZ-Innovationshub, die Deutsche Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB), wie KI tägliche Produktpreisdaten für die Inflationsanalyse strukturiert.
Nationale Antworten reichen nicht
Zhang hält rein nationale Antworten auf grenzüberschreitende KI-Risiken für unzureichend.
Das Institut für Finanzstabilität verweist auf die Stärkung bestehender Cyberresilienzrahmen.
Die BIZ unterstützt den Austausch zu menschlicher Kontrolle, klarer Verantwortung sowie den Aufbau von Fachwissen und Kapazitäten.