Liquiditätsvorgaben verlagern Kredite von Banken zu Kreditfonds
BIS Studie

Li­qui­di­täts­vor­ga­ben verlagern Kredite von Banken zu Kreditfonds

Strengere Liquiditätsvorgaben für US-Banken fördern laut einer am 19. Oktober 2026 veröffentlichten Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) das Wachstum privater Kreditfonds. Der Effekt ist ähnlich groß wie jener höherer Kapitalanforderungen.

Mehr Liquidität, weniger Bankkredite

Sebastian Doerr, Gaston Gelos und Vesa Pursiainen untersuchen im BIZ-Arbeitspapier Nr. 1388 Daten von PitchBook für 568 US-Landkreise vom ersten Quartal 2010 bis Ende 2019.

Ihr Differenz-von-Differenzen-Ansatz vergleicht das Wachstum privater Kreditbestände nach 2013 anhand lokaler Einlagenanteile betroffener Banken im Jahr 2012 und deren Liquiditätslücken.

Ein um zehn Prozentpunkte höherer Anteil geht laut Schätzung mit 20 Prozent höheren Kreditbeständen einher; eine Standardabweichung mit nahezu 50 Prozent mehr.

Vor der Reform finden die Autoren keine unterschiedlichen Wachstumstrends.

Der Zusammenhang ist in Branchen mit höherem externem Finanzierungsbedarf und schwerer verwertbaren Vermögenswerten stärker.

Liquidität wirkt ähnlich wie Kapital

Die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) verlangt liquide Aktiva zur Deckung von Nettoabflüssen über 30 Stresstage.

Die untersuchten US-Vorgaben betragen 100 Prozent für Banken über 250 Mrd. Dollar Bilanzsumme und 70 Prozent zwischen 50 und 250 Mrd. Dollar.

Der Effekt auf private Kredite ist mit jenem der Kapitalanforderungen aus dem CCAR-Stresstest 2012 vergleichbar.

Alternative Reformtermine und Kontrollvariablen bestätigen den Befund.

Bei bankarrangierten, meist weiterverkauften Krediten und privaten Krediten für fremdfinanzierte Übernahmen finden die Autoren keinen statistisch gesicherten Effekt.

Verlagerung ist kein Risikonachweis

Laut den Autoren ersetzen Kreditfonds einen Teil der verdrängten Bankkredite.

Ihre meist fünf bis acht Jahre gebundenen Mittel passen besser zu langfristigen Krediten als täglich fällige Einlagen.

Ein geringeres Systemrisiko folgt daraus nicht automatisch: Verschuldung, Rückgaberechte und Bankkreditlinien bleiben relevant.

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