Bankenresilienz und Wachstum als zwei Seiten einer Medaille
BIS Rede

Bankenresilienz und Wachstum als zwei Seiten einer Medaille

Knapp 20 Jahre nach der Finanzkrise fordert die BIZ weitere Reformen im europäischen Bankensektor. Stabilität und nachhaltiges Wachstum dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, heißt es in einer Rede zum Binnenmarkt.

Kein Widerspruch zwischen Schutz und Ertrag

Zehn Jahre nach der Schaffung der europäischen Bankenunion und fast zwei Jahrzehnte nach der globalen Finanzkrise steht der Bankensektor vor neuen Weichenstellungen.

Die Institute in Europa haben ihre Widerstandskraft im vergangenen Jahrzehnt spürbar gestärkt, wodurch Krisenrisiken gesunken sind und Finanzdienstleistungen verlässlicher bereitgestellt werden.

Dennoch bremsen geopolitische Spannungen, ein fragmentierter EU-Binnenmarkt und komplexe institutionelle Strukturen das Wachstum.

Zudem verlangen die fortschreitende Digitalisierung sowie steigende Cyberrisiken erhebliche Investitionen in IT-Systeme.

„Nachhaltiges Wachstum und Resilienz sind zwei Seiten derselben Medaille“, betont die BIZ mit Blick auf die Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit.

Risiken mit zeitlicher Verzögerung

Den Rahmen für die Diskussion bildet der Bericht der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des EU-Bankensektors.

Während geopolitische Risiken bereits Realität sind, schlagen ihre bilanziellen Effekte bei Kreditinstituten erst verzögert durch.

Eine robuste Eigenkapital- und Liquiditätsbasis bleibt daher die Grundvoraussetzung, um Einlagen zu schützen, Zahlungssysteme aufrechtzuerhalten und die Kreditvergabe auch unter Stress zu sichern.

Kein Freibrief für Deregulierung

Die BIZ erteilt einer Deregulierung unter dem Deckmantel der Wettbewerbsfähigkeit eine klare Absage.

Stabilität gegen Wachstum auszuspielen, verkennt die Lehren der letzten Finanzkrise.

Europas Banken müssen Effizienz durch Marktintegration heben, nicht durch geringere Puffer.

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