Rogers warnt vor Überlastung der Zinspolitik im Wohnungsmarkt
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Rogers warnt vor Überlastung der Zinspolitik im Wohnungsmarkt

Die Geldpolitik kann das Problem der Wohnungserschwinglichkeit in Kanada nicht alleine lösen, erklärte Carolyn Rogers am 1. Oktober 2026 in Victoria. Die Vizechefin der Bank of Canada betonte vor Finanzexperten, Leitzinsen seien ein zu stumpfes Instrument für gezielte Eingriffe in den Immobilienmarkt.

Mehr Kapital in Beton als in Innovation

Rogers verdeutlichte die Fehlallokation von Kapital: Im Jahr 2000 entfielen 4,3 Prozent des kanadischen BIP auf Wohninvestitionen und 8,3 Prozent auf Unternehmensinvestitionen in Maschinen und Innovation.

Heute hat sich dieses Verhältnis umgekehrt.

Rund die Hälfte aller Bankkredite ist an Wohnimmobilien gebunden.

Rogers verteidigte den 2017 eingeführten Stresstest für Hypotheken, der Banken und Kreditnehmer während der jüngsten Zinsanhebungen stabilisierte.

Gleichzeitig verwies sie auf die Grenzen der Geldpolitik: Leitzinsen wirken auf die Gesamtwirtschaft und können strukturelle Angebotsengpässe nicht beheben.

„Zinssätze können weder Häuser bauen noch Genehmigungen beschleunigen“, so Rogers.

Vom Makler-Flipping zum Pandemie-Boom

Die Bank of Canada analysierte im Rahmen ihrer geldpolitischen Überprüfung auch die Messung der Wohnkosten im Verbraucherpreisindex.

Steigende Zinsen verteuern vorübergehend die Hypothekenzinsen, was den Index kurzfristig nach oben treibt, obwohl die Gesamtnachfrage gebremst wird.

Rogers betonte, dass weder regulatorische Eingriffe wie das Verbot von spekulativem Weiterverkauf in British Columbia noch internationale Basel-Standards das Grundproblem lösen konnten.

Der kanadische Durchschnittspreis für Häuser stieg während der Pandemie dennoch um rund 50 Prozent.

Ehrliche Diagnose ohne Therapie

Rogers zieht eine schonungslose Grenze für das Mandat der Notenbank.

Indem sie die Fehlallokation von Kapital in Immobilien benennt, weist sie die Verantwortung für Wohnungsnot der Politik zu.

Für Investoren steht fest: Die Geldpolitik wird nicht als Rettungsanker für überhitzte Immobilienmärkte herhalten.

Quelle: Canada’s housing affordability dilemma

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