Mauderer fordert mehr Kapital für Europas KI-Wachstum
Sabine Mauderer, Erste Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, fordert mehr Kapital für Entwicklung und Einsatz künstlicher Intelligenz in Europa. Banken und Kapitalmärkte sollen Investitionen in Infrastruktur, Software und Qualifizierung finanzieren.
Breite Nutzung, geringe Skalierung
Bei der KI-Woche in Frankfurt am Main am 29. Oktober 2026 verwies Mauderer auf die wieder wachsende deutsche Wirtschaft.
Im ersten Halbjahr entstanden über 3.000 Start-ups, mehr als 50 Prozent mehr; ein Drittel hatte einen KI-Schwerpunkt.
Laut Bundesbank nutzen 68 Prozent der deutschen Unternehmen generative KI oder planen dies bis Ende 2026.
Rund die Hälfte der Nutzer erwartet Produktivitätsgewinne, doch nur 7 Prozent setzen sie in größerem Umfang ein.
Unternehmen müssten Prozesse anpassen, Daten nutzen und Beschäftigte qualifizieren.
Chancen sieht Mauderer in Maschinenbau, Automatisierung, Pharma und Chemie sowie bei jungen Verteidigungs- und Zahlungsunternehmen.
Die geplante kapitalgedeckte Altersvorsorge soll mehr Deutsche zu Anlegern machen.
Billionenvermögen trifft auf Finanzierungslücken
Nach OECD-Schätzung könnten neun große Technologiekonzerne bis 2030 zusammen vier Billionen Dollar investieren.
Große US-Technologiekonzerne haben rund 40 Milliarden Euro an ausstehenden Euro-Anleihen.
Haushalte im Euroraum halten über 36 Billionen Euro Finanzvermögen.
Dennoch fehlt jungen Firmen oft Kapital für die nächste Wachstumsphase; sie suchen dann Finanzierung und Wachstum außerhalb Europas.
Mittelständler greifen auf Banken zurück, Großunternehmen zusätzlich auf Eigen- und Fremdkapitalmärkte.
Start-ups benötigen häufig Wagniskapital.
Kapital allein garantiert keinen Ertrag
Mauderer lässt offen, wie groß die Produktivitätsgewinne ausfallen und welche KI-Investitionen sich rechnen.
Enttäuschte Erwartungen bergen nach ihrer Darstellung Risiken weiterer Aktienkurskorrekturen und höherer Refinanzierungsprämien.
Europas Aufgabe sieht sie darin, Kapital in produktive KI-Anwendungen zu lenken.