Angebotsschocks erschweren die Sicherung stabiler Inflation
Häufigere Angebotsschocks und verzerrte Erwartungen erschweren die Geldpolitik, erklären vier Zentralbankchefs auf der Basler Konferenz vom 26. Juni 2026. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte ihre Beiträge am 19. Oktober.
Norwegen erhöht, Türkiye testet Kommunikation
Ida Wolden Bache berichtet für Norwegens Zentralbank von der Zinserhöhung im Mai von 4,00 auf 4,25 Prozent; weitere Erhöhungen seien voraussichtlich nötig.
Höhere Ölpreise stützen dort auch Investitionen und Löhne, während sie Energieimporteure belasten.
Norwegische Haushalte und Unternehmen erwarten weiterhin erhöhte Inflation, Fachleute langfristig nahezu das Vorpandemieniveau.
Fatih Karahan verweist auf Experimente der türkischen Zentralbank: Videos wirkten stärker als Text.
Direkte Firmentreffen 2025 senkten Erwartungen für Verbraucherpreise relativ zur Vergleichsgruppe um rund 1 Prozentpunkt, für Erzeugerpreise um 1,2 Prozentpunkte.
Die getestete Botschaft aus November 2025 nannte für Ende 2026 eine Inflationsprognose von 13–19 Prozent.
Vertrauen braucht mehr als Informationen
Anna Breman betont für Neuseelands Zentralbank: Kommunikation ersetzt keine nötige Straffung.
Trotz Inflationsziel seit 1989 nannten 2026 weniger als 25 Prozent Inflation oder Zinsen als Aufgabe; 2022 kannten 30 Prozent das Zielband, 80 Prozent nutzten Medien als Wirtschaftsquelle.
Sie warnt vor KI-Desinformation.
Tiff Macklem hält für die Bank von Kanada am 2-Prozent-Ziel fest.
Die alle fünf Jahre fällige Rahmenerneuerung steht Ende 2026 an.
Neue Modelle, Szenarien und Echtzeitdaten sollen Angebotsschocks erfassen; international fordert er mehr Transparenz über Nichtbankenrisiken.
Gleicher Schock, andere Reaktion
Die Beiträge unterscheiden zwischen gemeinsamen Inflationsrisiken und länderspezifischer Schockübertragung.
Norwegens Energieproduktion verändert den Zielkonflikt gegenüber Energieimporteuren.
Kommunikation ergänzt die Zinspolitik, ersetzt nach Bremans Darstellung aber keine erforderliche Straffung.