Geopolitische Risiken treiben Goldpreis bei lockerer Liquidität
BIS Studie

Geopolitische Risiken treiben Goldpreis bei lockerer Liquidität

Geopolitische Schocks treiben die Goldrenditen nach BIZ-Daten von 1990 bis 2026 besonders stark an, wenn die globalen Finanzierungsbedingungen locker sind. Maßgeblich dafür ist die Liquidität und Umschichtungsfähigkeit der Investoren.

Liquidität befeuert den Fluchtreflex

Sowohl geopolitische Drohungen als auch tatsächlich eingetretene Konflikte steigern die Renditen von Gold messbar.

Allerdings hängt das Ausmaß der Umschichtung massiv vom makrofinanziellen Umfeld ab: In Phasen lockerer Finanzierungsbedingungen fallen die Preissteigerungen signifikant höher aus als bei restriktiver Geld- und Liquiditätslage.

Zwei Wirkungskanäle stehen dabei im Fokus: der Kredit- und Liquiditätsrisikokanal sowie der Opportunitätskostenkanal.

Die empirischen Daten stützen vor allem den ersten Pfad.

Ausschlaggebend für die Flucht in das Edelmetall ist demnach primär die Fähigkeit der Marktteilnehmer, Portfolios flexibel umzuschichten, während veränderte Zinskosten eine nachgelagerte Rolle spielen.

Das gebrochene Muster von 2024 bis 2026

Historisch gingen geopolitische Spannungen meist mit einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen einher.

Daten aus den Jahren 2024 bis 2026 zeigen jedoch eine Entkopplung dieses Musters: Geopolitische Risiken eskalierten, während die Finanzierungsbedingungen vergleichsweise locker blieben.

Diese Kombination maximierte den Preisdruck auf Gold.

Um diesen Effekt isoliert zu messen, trennt die methodische Modellierung geopolitische Schocks strikt von allgemeiner Finanzmarktunsicherheit und grenzt so klassische Fluchtbewegungen von echten Safe-Haven-Effekten ab.

Kein Automatismus ohne billiges Geld

Die Studie entzaubert das Narrativ vom Gold als universellem Krisenanker bei jeder geopolitischen Eskalation.

Ohne ausreichende Marktliquidität bleibt die Umschichtung in das Edelmetall schlicht aus.

Für Anleger zählt das Finanzierungsumfeld letztlich mehr als die Schlagzeilen der Weltpolitik.

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