Lieferengpässe an Schlüsselknoten verstärken Produktionsverluste
BIS Studie

Lieferengpässe an Schlüsselknoten verstärken Pro­duk­ti­ons­ver­lus­te

Störungen zentraler Lieferkettenknoten gehen mit 50 Prozent stärkeren Rückgängen des globalen Industrieproduktionswachstums einher. Das zeigt Bulletin 138 der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vom 15. Oktober 2026.

Zentrale Knoten verstärken den Schock

Ibrahim Alshehri, Ryan Banerjee, Michael Chui, Anna Maddux, Ko Munakata und Fabrizio Zampolli vergleichen Störungen zentraler und weniger zentraler Lieferkettenknoten.

Bei gleicher Schockgröße von einer Standardabweichung sinkt das globale Industrieproduktionswachstum an zentralen Knoten um 50 Prozent stärker.

Binnen eines Jahres steigen nachgelagerte Erzeugerpreise um etwa 70 Basispunkte; andernorts bleibt der Preiseffekt gering.

Eine Modellrechnung für 20 Volkswirtschaften erhöht die Handelskosten für Elektronik und elektrische Ausrüstung weltweit um 150 Prozent.

Kurzfristig betragen die BIP-Verluste meist rund 1 Prozent, bei hoher Abhängigkeit bis zu 4 Prozent.

Langfristig sinken sie auf durchschnittlich etwa 0,3 Prozent und höchstens 1 Prozent.

Ersatzlieferungen haben ihren Preis

Japan senkte den chinesischen Anteil seiner Seltene-Erden-Importe zwischen 2012 und 2014 von rund 80 auf etwa 45 Prozent, zahlte anderen Lieferanten aber höhere Preise.

Lagerbestände und Margen puffern Störungen ab; der dämpfende Margeneffekt lässt nach vier Quartalen nach.

Sinkende Ölreserven erhöhen bei eingeschränktem Verkehr durch die Straße von Hormus das Risiko überproportionaler Preisreaktionen.

Die Autoren halten das Hinwegsehen über erste Inflationseffekte für angemessen, solange Erwartungen verankert und Zweitrundeneffekte wenig wahrscheinlich bleiben.

Angebotsreparatur braucht Finanzierung

Die Autoren warnen, dass eine straffere Geldpolitik die Finanzierung der Angebotsreparatur erschwert.

Gezielte Kreditgarantien können diese laut Bulletin stützen, ohne die Nachfrage anzukurbeln.

Preissubventionen schwächen dagegen Anreize zum Lieferantenwechsel und können kontraproduktiv wirken.

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