KI-Branche investiert 55 Prozent des Kapitals in sich selbst
Zwischen 2021 und 2025 stammten 55,2 Prozent aller Zuflüsse in KI-Unternehmen von anderen Branchenfirmen. Eine BIZ-Analyse warnt vor zunehmender Intransparenz und makroökonomischen Risiken durch diese zirkulären Beteiligungen.
Kapitalströme im geschlossenen Kreis
Die BIZ-Ökonomen Jon Frost, Rudraksh Kansal, Kumar Rishabh, Vatsala Shreeti und Leanne Si Ying Zhang untersuchen die Vernetzung im Technologiesektor.
Zwischen 2021 und 2025 flossen 55,2 Prozent der gesamten Investitionsmittel in KI-Firmen direkt von anderen Unternehmen derselben Sparte.
Zudem entfielen 28,7 Prozent des Investitionsvolumens von KI-Akteuren auf Zielunternehmen aus dem eigenen Sektor.
Besonders ausgeprägt ist die Kopplung von Kapital und operativer Kooperation: Bei 46,4 Prozent des Transaktionsvolumens zwischen KI-Firmen bestanden zeitgleich direkte Lieferbeziehungen.
Nach Deal-Anzahl betraf dies 16,1 Prozent der Fälle.
Investoren sichern sich so nicht nur Anteile, sondern binden Kunden an die eigene Infrastruktur.
Sicherung von Ressourcen und Wissen
Die zirkulären Beteiligungen entstehen aus ökonomischen Notwendigkeiten: Unternehmen versuchen, sich frühzeitig kritische Vorleistungen wie Rechenkapazitäten, Chips und Daten zu sichern.
Zugleich verringern enge Kapitalverflechtungen bestehende Informationsasymmetrien in einem dynamischen Marktumfeld.
Für Geldgeber wird die Bewertung der Zielgesellschaften durch die operative Nähe erleichtert.
Allerdings erzeugt diese Verflechtung erhebliche Intransparenz über tatsächliche Bewertungen und birgt Ansteckungsrisiken bei Schocks.
Inzestuöse Bilanzen schaffen Klumpenrisiken
Wenn KI-Konzerne sich gegenseitig finanzieren und Erlöse im Kreis schieben, entstehen künstlich aufgeblähte Bewertungsspiralen.
Die Analyse entlarvt zirkuläre Deals treffend als potenzielle Brandbeschleuniger im Technologiesektor.
Aufsichtsbehörden dürfen diese verdeckten Klumpenrisiken nicht länger ignorieren.
Quelle: Circular relationships among AI firms
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