Fintechs senken Transferkosten, Stablecoins bleiben gebührenabhängig
BIS Studie

Fintechs senken Transferkosten, Stablecoins bleiben gebührenabhängig

Fintechs verbilligen Auslandszahlungen gegenüber Banküberweisungen; Stablecoins ersetzen Vermittler, beseitigen sie aber nicht. Das zeigt ein am 19. Oktober 2026 veröffentlichtes Forschungspapier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Günstiger durch Verrechnung statt Bankketten

Wenxin Du, Catherine Huang und David Scharfstein vergleichen Banken, Fintechs und Stablecoins anhand von Wechselkursaufschlägen und expliziten Gebühren.

Einzelne Banküberweisungen zwischen Euro und Dollar kosten allein beim Währungsumtausch rund 230–470 Basispunkte; Überweisungsgebühren kommen hinzu.

Fintechs erreichen bei 10.000 Dollar in wichtige Industrieländer etwa 40–60 Basispunkte Gesamtkosten.

Sie verrechnen Kundenströme intern und zahlen aus vorfinanzierten lokalen Konten aus.

Bei Stablecoins liegt der Wechselkurs wichtiger Währungen oft nahe am Referenzkurs, doch Handels- und Auszahlungsgebühren bleiben.

Rund 200 Mio. Dollar täglicher Euro-Stablecoin-Handel stehen etwa 2,7 Bio. Dollar im traditionellen Euro-Devisenhandel gegenüber.

Adrian verlangt vergleichbare Gesamtkosten

Tobias Adrian vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisiert im beigefügten Diskussionsbeitrag ungleiche Kostenbegriffe, Korridore, Zeiträume und Beträge.

Bankaufschläge ohne Gebühren und Stablecoin-Wechselkurskosten seien nicht mit vollständigen Fintechpreisen vergleichbar.

Ergänzende IWF-Forschung beziffert Stablecoin-Gesamtkosten für 200 Dollar auf durchschnittlich 2,2 Prozent, bei einer Spanne von etwa −2 bis 8 Prozent.

In abgestimmten Korridoren stehen rund 1 Prozent für Stablecoins 5,8 Prozent bei herkömmlichen Transfers gegenüber.

Kein durchgängiger Kostensieger

In etwa einem Drittel der verglichenen Korridore schlägt die günstigste traditionelle Option die günstigste Stablecoin-Route.

Vorteile bei Kapitalverkehrskontrollen spiegeln laut Autoren auch Marktverzerrungen wider.

Geringe Liquidität begrenzt zudem die Skalierbarkeit von Stablecoin-Zahlungen.

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