Hongkongs Klimataxonomie erfasst 28 Anpassungsmaßnahmen
Arthur Yuen, stellvertretender Chef der Hongkonger Währungsbehörde (HKMA), erläutert beim One Earth Summit 2026 in Hongkong den Ausbau nachhaltiger Finanzierungen. Im Zentrum stehen Taxonomie, Klimarisikomanagement und Offenlegung.
Standards für Klimaschutz und Anpassung
Der Taxonomieentwurf der Phase 2B umfasst 39 Klimaschutzaktivitäten und 28 Anpassungsmaßnahmen, darunter Schutz vor Überschwemmungen, Sturmschäden und Küstenerosion.
Er erfasst auch Batterieherstellung und -recycling sowie emissionsarme Technologien.
Asien verursacht über 60 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, stellt rund 80 Prozent der Solarmodule und 65 Prozent der Batterien her.
Fast 60 Prozent der weltweiten Investitionen in saubere Technologien entfallen auf Asien.
In tiefliegenden Gebieten leben rund 13 Prozent der städtischen Bevölkerung Asiens; 13 der weltweit 20 größten Städte liegen an Küsten.
Hongkong verzeichnete 2025 mit 14 tropischen Wirbelstürmen und fünf schwarzen Regenwarnungen jeweils Rekordwerte.
Bankenleitlinien treffen auf grünes Kapital
Die HKMA hat Leitlinien zur Transitionsplanung finalisiert und entwickelt Offenlegungspflichten für Banken.
Eine Cloud-Plattform hilft ihnen, Klimarisiken von Kundenanlagen zu erkennen.
Seit 2019 finanzieren fast 280 Mrd. Hongkong-Dollar grüne Staatsanleihen über 110 Projekte.
Hongkong führt Asiens Markt für die Strukturierung internationaler grüner und nachhaltiger Anleihen seit acht Jahren an.
Die Green Week 2026 zählte über 14.500 Teilnehmer bei 60 Veranstaltungen.
Im September erfolgte laut Yuen die weltweit größte digitale Anleiheemission als grüne Digitalanleihe.
Standards allein reichen nicht
Yuen betont, dass Standards allein keine Investitionen auslösen.
Für den Klimaschutz brauche es weltweit das Drei- bis Vierfache der heutigen Finanzströme.
Der Anpassungsbedarf in Entwicklungsländern entspreche dem Zwölf- bis Vierzehnfachen der derzeitigen internationalen öffentlichen Finanzierung.