18 Kernprinzipien für weltweite Einlagensicherung überarbeitet
Die International Association of Deposit Insurers hat ihre 18 Kernprinzipien für effektive Einlagensicherungssysteme grundlegend überarbeitet. Das Regelwerk zieht Lehren aus den Bankenturbulenzen von 2023 und schreibt Auszahlungsfristen von maximal sieben Werktagen vor.
Sieben Tage Frist und Pflichtmitgliedschaft
Der internationale Standard umfasst 18 gleichwertige Kernprinzipien zur Absicherung privater Einlagen und zur Stärkung der Finanzstabilität.
Zentrales Element ist die Vorgabe, versicherte Einleger im Liquidationsfall innerhalb von maximal sieben Werktagen zu entschädigen.
Neben einer verpflichtenden Mitgliedschaft für alle Einlagenkreditinstitute verlangt das Regelwerk eine ex ante gesicherte Finanzierung der Sicherungsfonds sowie operative Unabhängigkeit der Träger.
Klare gesetzliche Rahmenbedingungen müssen zudem den gezielten Einsatz von Fondsmitteln bei Bankenabwicklungen regeln und sicherstellen, dass Verursacher von Schieflagen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.
Lehren aus den Turbulenzen von 2023
Die 2009 gemeinsam mit dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht geschaffenen Standards wurden im Jahr 2025 grundlegend überarbeitet.
Die Neufassung reagiert direkt auf die US- und Schweizer Bankenturbulenzen des Jahres 2023 sowie die fortschreitende Digitalisierung im Finanzsektor.
Neben technischen Risiken wie Fintech und schnellen digitalen Bankabflüssen integriert das Rahmenwerk nun auch operationelle Resilienz sowie ESG- und Klimakriterien in die Verwaltung der Sicherungsfonds.
Schneller zahlen reicht im Ernstfall nicht
Die Sieben-Tage-Frist setzt dringend benötigte Standards für ein verlässliches Krisenmanagement.
Allerdings nützen feste Fristen wenig, wenn digitale Bank-Runs heute binnen Minuten stattfinden.
Ohne eng verzahnte Abwicklungsmechanismen bleibt der Anlegerschutz im Ernstfall lückenhaft.