Zentralbankgeld sichert Vertrauen im digitalen Zahlungsverkehr
Zentralbankgeld bleibt laut dem Ausschuss für Zahlungsverkehr und Marktinfrastrukturen (CPMI) der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) der Vertrauensanker im Zahlungsverkehr. Neue Zahlungsmodelle verändern Risiken und stellen Zentralbanken vor neue Aufgaben.
Vier Rollen im digitalen Zahlungsverkehr
Der CPMI untersucht Echtzeitzahlungen, Nichtbank-Zahlungsdienstleister, tokenisierte Einlagen, Stablecoins und programmierbare Plattformen.
Sie eröffnen Chancen für Effizienz, Wettbewerb und Innovation, schaffen aber neue Verflechtungen und verändern Kredit-, Liquiditäts-, Betriebs- und Cyberrisiken.
Zentralbanken haben vier Ansatzpunkte: Als Emittenten prüfen sie Kontozugang, Leistungen und Bedingungen.
Als Betreiber wägen sie bei modernisierten oder neuen Plattformen Resilienz, Innovation und Umsetzungsrisiken ab.
Als Überwacher prüfen sie Infrastruktur-Funktionen, Systemrelevanz, Governance und Betriebsstabilität neuer Modelle.
Als Katalysatoren bringen sie Akteure zusammen, fördern Marktlösungen und gemeinsame Standards und überwinden Koordinationsprobleme.
Vertrauensanker und privater Wettbewerb
Zentralbankgeld bietet das sicherste und liquideste Abwicklungsmedium für systemrelevante Systeme und stützt den Umtausch verschiedener Geldformen zum Nennwert.
Private Anbieter ergänzen es durch Innovation, Wettbewerb und bedarfsgerechte Dienste.
Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d’Italia und CPMI-Vorsitzender, fordert, den Wandel zu verstehen und nötigenfalls mitzugestalten.
Grundlage ist der Bericht des Vorgängerausschusses CPSS vom August 2003; hinzu kommt der BIZ-/CPMI-Bericht zur Tokenisierung für die G20 vom Oktober 2024.
Instrumente wirken nicht isoliert
Der CPMI fordert einen ganzheitlichen, vorausschauenden und anpassungsfähigen Ansatz.
Maßnahmen in einem Bereich beeinflussen auch die Ergebnisse in anderen Bereichen.
Angesichts national unterschiedlicher Ansätze betont er eine dauerhafte, belastbare internationale Zusammenarbeit.