Thakoor fordert vernetzte Zahlungssysteme für Afrikas Handel
BIS Rede

Thakoor fordert vernetzte Zahlungssysteme für Afrikas Handel

Priscilla Muthoora Thakoor, Gouverneurin der Zentralbank von Mauritius, fordert günstigere und vernetzte grenzüberschreitende Zahlungen. Sie sprach am 15. Juli 2026 in Port Louis; die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte die Rede am 13. Oktober 2026.

Digitale Reichweite, teure Überweisungen

Subsahara-Afrika zählt laut GSMA rund 835 Millionen registrierte mobile Geldkonten; Afrikas mobile Transaktionen überschreiten 1,1 Billionen Dollar.

Dennoch kosten Rücküberweisungen von 200 Dollar im Durchschnitt mehr als 8 Prozent.

2024 flossen 57,2 Milliarden Dollar an Rücküberweisungen nach Subsahara-Afrika.

Laut Thakoor wird die Region die Ziele der im Oktober 2020 verabschiedeten G20-Roadmap für 2027 verfehlen; sie verweist auf den Fortschrittsbericht 2025 des Finanzstabilitätsrats (FSB).

Zahlungen über Korrespondenzbanken außerhalb Afrikas erhöhen Kosten und operative Risiken.

Die afrikanische Freihandelszone AfCFTA braucht effiziente Zahlungen für Handel und Integration.

Seit 2020 belasten Pandemien, Handelskriege, militärische Konflikte und Klimaschocks die Volkswirtschaften.

Viele Netze brauchen gemeinsame Standards

Mauritius baut auf MACSS und MauCAS.

Mit der indischen Zahlungsgesellschaft NPCI verknüpft die Zentralbank MauCAS mit UPI; Reisende können QR-Zahlungen in Rupien nutzen.

Mauritius wickelt COMESA-Zahlungen über REPSS ab.

SADC-RTGS bedient Großbetragszahlungen in Zentralbankgeld; TCIB ergänzt Echtzeitzahlungen, ist aber noch nicht in allen SADC-Staaten umgesetzt.

Afreximbanks PAPSS ermöglicht Zahlungen in lokalen Währungen.

Thakoor fordert Interoperabilität, ISO 20022 und harmonisierte Regeln, wie auch BIZ, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank betonen.

Vernetzung allein reicht nicht

Thakoor warnt, dass zusätzliche Zahlungsinfrastrukturen ohne Vernetzung die Fragmentierung verstärken.

Unbegrenzte Stablecoin-Nutzung gefährdet nach ihrer Einschätzung monetäre Souveränität, Finanzstabilität und Integrität.

Sie fordert deshalb belastbare Risikoprüfungen, regulatorische Schutzvorkehrungen und Informationsaustausch.

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