Schattenbanken und KI bedrohen die globale Finanzstabilität
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Schattenbanken und KI bedrohen die globale Finanzstabilität

Darryl Chan, Vize-Chef der Hongkonger Währungsbehörde HKMA, fordert auf einer gemeinsamen Konferenz von HKMA, BIZ und IWF mehr internationale Kooperation. Vor allem Schattenbanken, die die Hälfte des Finanzsystems ausmachen, und KI-Risiken bedrohen die finanzielle Stabilität.

Drei Treiber der nächsten Krise

Auf dem gemeinsamen Workshop von HKMA, BIZ und IWF in Hongkong skizzierte Darryl Chan drei zentrale Risikotreiber für das globale Finanzsystem.

Geoeokonomische Spannungen, Handelskonflikte und begrenzte fiskalische Spielräume erschweren die Abfederung wirtschaftlicher Schocks.

Zudem birgt der Nicht-Banken-Finanzsektor (NBFI), welcher inzwischen etwa 50 Prozent des weltweiten Finanzsystems ausmacht, erhebliche Gefahren durch verdeckte Hebelwirkung und Liquiditätsungleichgewichte.

Als dritten Risikofaktor nannte Chan den rasanten Vormarsch künstlicher Intelligenz.

Neben Produktivitätsschüben drohen neue Gefahren, da KI-Systeme autonom Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen ausnutzen könnten.

Systemische Schocks entstehen zunehmend durch unvorhersehbare Wechselwirkungen.

Widerstandskraft durch Kooperation

Um diesen komplexen Herausforderungen zu begegnen, forderte Chan eine Kombination aus gestärkter Eigenresilienz und vertiefter internationaler Zusammenarbeit.

Behörden müssten ihre Überwachungssysteme kontinuierlich ausbauen, Szenarioplanungen vertiefen und ausreichende Puffer zur Schockabsorption aufbauen.

Da Finanzmärkte eng miteinander verflochten seien, könne kein Staat Stabilität im Alleingang erreichen.

Wissensaustausch und gemeinsame Standards seien essenziell, um unkalkulierbare Risiken in beherrschbare Faktoren zu verwandeln.

Appelle reichen nicht mehr aus

Chans Analyse benennt die Gefahren für das Finanzsystem treffend, bleibt bei den Lösungen jedoch vage.

Der dringliche Aufruf zu mehr Kooperation wirkt hilflos, solange Schattenbanken weitgehend unreguliert bleiben.

Ohne verbindliche globale Regeln für den Nicht-Banken-Sektor verpuffen solche Mahnungen wirkungslos.