Endogene Unsicherheit treibt Konjunkturzyklen
Eine neue FED-Studie von Diego Vilán zeigt, dass Unternehmensunsicherheit kein exogener Schock ist, sondern aus aggregierten Kreditbedingungen resultiert. Das Modell erklärt ein Drittel der Beschäftigungsschwankungen in Rezessionen.
Wenn Kreditklemmen Unsicherheit erzeugen
Ökonom Diego Vilán legt im Rahmen der Finance and Economics Discussion Series der Federal Reserve eine Untersuchung zum Zusammenspiel von Nachfrageschocks und Unternehmensunsicherheit vor.
Im Zentrum steht ein Allgemein-Gleichgewichts-Modell mit heterogenen, risikoscheuen Firmen, die idiosynkratischer Nachfrageunsicherheit ausgesetzt sind.
Verändern sich die Konsumentenkreditbedingungen auf aggregierter Ebene, verschiebt sich nicht nur das erwartete Nachfrageniveau, sondern auch die Streuung der Verkäufe je Arbeitskraft.
Ein negativer Kredit-Schock von einem Prozent führt zu Output- und Beschäftigungsverlusten von rund 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent.
Vom theoretischen Modell zur Empirie
Bisherige makroökonomische Literatur betrachtete Volatilitätsschocks meist als externe Impulse, die über Friktionen wie Investitionshemmnisse wirken.
Die neue Untersuchung verknüpft US-Compustat-Firmendaten mit proprietären Kundenfrequenzdaten, um den Mechanismus empirisch zu untermauern.
Das kalibrierte Modell bildet die kontrezykliche Streuung von Firmen-Outcomes realistisch ab.
Endogene Unsicherheit erklärt rund ein Viertel der Output-Reaktion und ein Drittel der Beschäftigungseffekte auf aggregierte Kreditschocks.
Überzeugender Mechanismus
Die Arbeit schließt eine wichtige Lücke in der makroökonomischen Modellierung.
Methodisch überzeugt die Verbindung aus heterogenen Firmen und aggregierter Kreditschöpfung.
Dennoch bleibt zu prüfen, wie robust die Ergebnisse außerhalb des US-Marktes sind.
Quelle: Demand Shocks and Endogenous Uncertainty
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