Beau warnt vor Risiken durch Nicht-Banken bei CCPs
Banque-de-France-Vize Denis Beau fordert eine Anpassung der Aufsicht über zentrale Gegenparteien (CCPs). Treiber sind der wachsende Marktanteil von Nicht-Banken im Euro-Repo-Geschäft auf über 40 Prozent sowie neue IT- und KI-Risiken.
Vom Schattenbanken-Boom zur KI-Gefahr
Die Transformation der Finanzmärkte stellt zentrale Gegenparteien (CCPs) vor neue Herausforderungen.
Der Anteil von Nicht-Banken (NBFIs) an unbesicherten Euro-Repo-Märkten stieg seit 2020 von unter 30 auf über 40 Prozent – getrieben von der steigenden Staatsverschuldung im Euroraum von 88 Prozent des BIP Ende 2025.
Während die USA im US-Treasury-Repo-Markt eine Clearning-Pflicht von 80 Prozent anstreben, liegt der Anteil von Sponsored Clearing in Europa bei lediglich 5,8 Prozent.
Gleichzeitig erhöhen IT-Konzentrationen auf wenige Cloud-Anbieter und hochentwickelte KI-Modelle wie „Mythos“ die Anfälligkeit für Cyberangriffe drastisch.
Dies verkürzt die Zeitfenster für Sicherheitsupdates erheblich.
Ein Bankenaufsicht-Modell für Europas CCPs
Als Reaktion auf die Risiken setzt das Eurosystem auf Innovation und Regulierung.
Im Herbst 2026 soll eine digitale Großhandelswährung (Wholesale CBDC) starten, um DLT-basierte Prozesse im Kollateralmanagement zu fördern.
Auf regulatorischer Ebene bietet die seit 2025 geltende DORA-Verordnung Handhabe gegen Drittanbieter-Risiken.
Zudem fordert Beau für die von der EU-Kommission angestrebte Übertragung der CCP-Aufsicht auf die ESMA eine Struktur nach dem Vorbild der Bankenaufsicht (SSM).
Gemeinsame Aufsichtsteams (JSTs) könnten die europäische Perspektive mit nationaler Expertise verbinden.
Zentralisierung ist kein Allheilmittel
Beaus Mahnungen offenbaren das Dilemma der europäischen Aufsichtsarchitektur.
Die Einbindung von Schattenbanken mindert Risiken nicht, sondern konzentriert sie auf wenige Infrastrukturen.
Ohne eine echte Harmonisierung nach SSM-Vorbild bleibt der europäische Markt fragmentiert und anfällig.