Hernández de Cos trennt Einlagenschutz von Stablecoin-Sicherung
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Hernández de Cos trennt Einlagenschutz von Stablecoin-Sicherung

Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), knüpft den Schutz digitaler Geldformen an deren gesellschaftlichen Nutzen. Für tokenisierte Bankeinlagen sieht er eine andere Grundlage als für Stablecoins.

Gleiche Technik, unterschiedlicher Schutz

Auf der Jahreskonferenz der Internationalen Vereinigung der Einlagensicherer (IADI) in Berlin unterschied Hernández de Cos zwischen Stablecoins und tokenisierten Einlagen.

Bankeinlagen finanzieren Kredite und dienen als wertstabiles Zahlungsmittel; beides begründet ihren Schutz.

Vermögensgedeckten Stablecoins fehle die direkte Verbindung zur Kreditvermittlung, ihre Wertstabilität sei nicht gesichert.

Statt einer Sicherung kommen geschützte Reservevermögen, Eigenkapital und belastbare Rechtsansprüche infrage.

Eine Prüfung des Finanzstabilitätsrats (FSB) von 2025 zeigte Umsetzungslücken.

Tokenisierte versicherte Bankeinlagen sollten hingegen denselben Schutz behalten.

Operative Erstattungsfragen bleiben offen; Pilotprojekte betreffen bislang vor allem institutionelle Großkunden.

Mehr als Entschädigung nach Bankpleiten

Laut IADI-Bericht 2026 haben über 80 Prozent der Mitglieder Aufgaben jenseits reiner Entschädigungszahlungen.

Die 2026 verabschiedete EU-Reform des Krisenmanagements und der Einlagensicherung erweitert deren Finanzierung von Übertragungslösungen für kleinere Banken.

Interne Verlustabsorptionsmittel bleiben bei systemischen Instituten vorrangig, reichen aber nicht immer aus.

Zusätzliche Mittel aus der Branche bleiben nötig, gerade bei kleinen und mittleren Banken.

Staatliche Finanzierung ist für Ausnahmefälle vorgesehen.

Neue Risiken verlangen andere Antworten

Hernández de Cos fordert angepasste Krisenrahmen statt pauschaler Schutzversprechen.

Archegos 2021, der britische Anleihemarkt im September 2022 und Silicon Valley Bank zeigen Übertragungs- und Vernetzungsrisiken.

Digitale Abzüge, Cybervorfälle und Dienstleisterausfälle verlangen koordinierte Krisenreaktionen.

Quelle: Deposit insurance in a changing financial landscape

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