Elderson kündigt weniger Maßnahmen bei geringen Bankrisiken an
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Elderson kündigt weniger Maßnahmen bei geringen Bankrisiken an

Frank Elderson kündigte am 6. Oktober 2026 in Wien eine stärker risikobasierte Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Bei geringfügigen Mängeln sinkt der Aufwand; bei wesentlichen Schwächen setzt die Aufsicht auf zügige Abhilfe und Eskalation.

Weniger Nachweise bei kleinen Mängeln

Ab Mitte Oktober 2026 will die EZB bestehende Maßnahmen nach Schwere, aufsichtsrechtlicher Relevanz, Bearbeitungsstand und Alter überprüfen.

Künftig teilt sie F1-Feststellungen nur als Beobachtungen mit, ohne entsprechende Maßnahmen auszulösen.

F2-Feststellungen und Maßnahmen behandelt sie verhältnismäßiger; sie können entfallen, wenn weitere Prüfungen nicht mehr gerechtfertigt sind.

Bei internen Modellen entfällt für F1 und F2 die verpflichtende Prüfung der Abhilfe durch interne Revision oder Validierung.

Seit 2025 können Banken geringfügige Feststellungen eigenständig schließen: Eine Bestätigung genügt, Nachweise sind für spätere Prüfungen aufzubewahren.

F1 bis F4 bezeichnen steigende Schweregrade; die Maßnahmen folgen einer Skala von 1 bis 4.

12.000 offene Maßnahmen im Bestand

Ende 2025 bestanden bei bedeutenden Banken rund 12.000 offene Maßnahmen, durchschnittlich etwa 100 je Institut.

Zugleich schloss die EZB 2025 insgesamt 1.200 Maßnahmen mehr, als sie neu anlegte; 2026 sank der Bestand bislang um weitere 600. Bei verzögerter Behebung wesentlicher Schwächen nutzt sie eine Eskalationsleiter: Kapitalanforderungen, Vorgaben zum Risikomanagement, Geschäftsbeschränkungen und Zwangsgelder.

Maßgeblich sind die Tragweite und Dauer des Mangels sowie die Reaktion der Bank.

Die Aufsichtsstandards sollen unverändert bleiben.

Schließen allein reicht nicht

Elderson misst wirksame Aufsicht an dauerhaft behobenen Ursachen, nicht allein an geschlossenen Feststellungen.

Dafür verlangt er klare Abhilfepläne mit End- und Zwischenfristen.

Die Entlastung bei geringfügigen Mängeln verbindet er mit konsequenterem Eingreifen bei wesentlichen Schwächen.

Quelle: Effective supervision through timely remediation

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