KI-Modelle im Bankensektor erfordern klare Haftungsregeln
Auf dem Global Fintech Festival mahnt die BIZ klare Leitplanken für Künstliche Intelligenz und Quantencomputing an. Finanzinstitute können zwar Berechnungen auslagern, tragen aber weiterhin die volle Verantwortung für algorithmische Entscheidungen.
Drei Risikotreiber im Maschinentempo
Der technologische Wandel im Finanzsektor vollzieht sich über Künstliche Intelligenz, Tokenisierung, Quantencomputing und digitale Infrastrukturen wie UPI.
Dieser Wandel verschärft drei Risikofelder: Geschwindigkeit, Konzentration und Intransparenz.
Automatisierte Systeme agieren schneller als menschliche Kontrollinstanzen, während die Abhängigkeit von wenigen Cloud- und Modellanbietern systemische Risiken birgt.
Zudem erschwert die Modellkomplexität die Nachvollziehbarkeit.
Die BIZ stellt dabei klar: „Ein Institut kann Berechnungen auslagern, nicht aber die Verantwortung für die Konsequenzen.“
Die Pflicht zur fairen Kundenbehandlung und solidem Risikomanagement bleibt unteilbar beim regulierten Finanzinstitut.
Regulatorische Werkzeuge für neue Netzwerke
Die regulatorische Steuerung erfordert Proportionalität und Raum für kontrollierte Experimente wie Reallabore.
Eine Software zur internen Dokumentenzusammenfassung verlangt andere Kontrollmechanismen als ein autonomes Kreditvergabe- oder Handelssystem.
Gleichzeitig rüstet die Aufsicht technologisch auf: Plattformen wie DAKSH und PRAVAAH optimieren Prüfprozesse, während die Digital Payments Intelligence Platform (DPIP) auf die Bekämpfung von institutübergreifendem Zahlungsbetrug in Echtzeit abzielt.
Verantwortung lässt sich nicht programmieren
Die BIZ zieht die richtige rote Linie gegen algorithmische Ausflüchte im Risikomanagement.
Allerdings greifen unverbindliche Appelle zu kurz, solange multilaterale Standards für marktbeherrschende Cloud- und KI-Anbieter fehlen.
Ohne scharfe Durchgriffsrechte der Aufsicht verkommt das Postulat der Eigenverantwortung zur reinen Fiktion.