Makhlouf fordert Bankenunion statt Deregulierungswettlauf
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Makhlouf fordert Bankenunion statt De­re­gu­lie­rungs­wett­lauf

Europas Wettbewerbsfähigkeit verlangt einen integrierten Binnenmarkt statt aufgeweichter Bankenregeln. Irlands Notenbankchef Gabriel Makhlouf forderte am 24. September in Dublin den raschen Abschluss der Bankenunion sowie eine gemeinsame europäische Einlagensicherung.

Grenzen im Kopf und in den Bilanzen

Die grenzüberschreitende Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum stagniert bei lediglich einem Sechstel des Gesamtvolumens.

Zwar beziffert der Draghi-Bericht den jährlichen Investitionsbedarf bis 2030 auf 750 bis 800 Mrd. Euro, doch rund 10 Bio. Euro liegen ungenutzt auf europäischen Bareinlagen oder fließen mangels Renditeperspektiven ins Ausland ab.

Makhlouf warnte davor, die Bankenregulierung zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit aufzuweichen: „Resilienz ist kein Hindernis für Wettbewerbsfähigkeit, sondern ihre Grundvoraussetzung.“

Um Kapital produktiv zu bündeln, seien die europäische Einlagensicherung EDIS, harmonisierte Insolvenzregeln und ein einheitlicher europäischer Safe Asset unverzichtbar.

Vom nationalen Schutz zur offenen Union

Irlands wirtschaftlicher Wandel belegt die Wirkung offener Märkte: Die Erwerbsbevölkerung verdoppelte sich in drei Jahrzehnten, auch wenn schwere Fehler zur Bankenkrise führten.

Für die künftige Finanzarchitektur rückt neben der Kapitalmarktunion die Modernisierung der Zahlungssysteme in den Fokus.

Das zweistufige Währungssystem aus Zentralbank- und Geschäftsbankengeld soll durch den digitalen Euro und Distributed-Ledger-Technologien modernisiert werden, um die Resilienz im digitalen Zahlungsverkehr zu sichern.

Klare Kante gegen Aufsichtsrabatte

Makhlouf erteilt dem Ruf nach Deregulierung eine überfällige Absage.

Nationale Sonderwege und bürokratische Barrieren bremsen die Kapitalmärkte weitaus stärker als strenge Eigenkapitalregeln.

Ohne einen gemeinsamen Safe Asset bleiben Europas Ambitionen zur Kapitalmarktunion jedoch ein Papiertiger.

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