Schwellenländer trotzen Krisen mit eigener Resilienz
Schwellenländer haben ihre Anfälligkeit für Finanzkrisen durch eigene institutionelle Reformen und Währungsreserven überwunden. Ihr Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung stieg seit 1999 von rund 40 auf über 60 Prozent, wie eine Rede an der Universität von Südafrika darlegt.
Paradigmenwechsel nach den Krisen der Neunziger
Die großen Schwellenländer haben sich von chronischen Krisenherden zu resilienten Volkswirtschaften entwickelt.
Nach den Erschütterungen der 1990er-Jahre – als etwa in der Asienkrise Währungen um bis zu 80 Prozent einbrachen und die Inflation in Russland 85 Prozent erreichte – veränderten Staaten wie Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika ihre geldpolitische Architektur grundlegend.
Die Einführung unabhängiger Zentralbanken mit klaren Inflationszielen, flexiblen Wechselkursen und massiven Devisenreserven beendete die fatale Abhängigkeit von Wechselkursbindungen und Fremdwährungsverschuldung.
Seit 1999 kletterte der Anteil der Schwellenländer am globalen Bruttoinlandsprodukt von gut 40 auf über 60 Prozent.
Südafrikas Gratwanderung zwischen Schulden und Stabilität
Am Beispiel Südafrikas zeigt sich der Wandel: Die Devisenreserven stiegen von fast null auf rund 74 Milliarden US-Dollar, während die Zinsdifferenz zu den USA auf unter einen Prozentpunkt schrumpfte.
Zugleich stieg die Staatsverschuldung nach 2008 von unter 30 auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Durch fiskalische Disziplin und einen Primärüberschuss sanken die langfristigen Refinanzierungskosten zuletzt jedoch um rund 300 Basispunkte, gestützt durch verbesserte Bonitätsnoten.
Resilienz allein schafft noch keinen Wohlstand
Die Schwellenländer haben bewiesen, dass solide Geldpolitik vor externen Schocks schützt.
Doch Krisenfestigkeit darf nicht mit echtem Wirtschaftswachstum verwechselt werden, solange strukturelle Reformen und Investitionen verschleppt werden.
Ohne funktionierende Institutionen bleibt makroökonomische Stabilität ein defensiver Teilerfolg.