Von 568 erfassten Währungen bestehen 2026 noch 163
BIS Studie

Von 568 erfassten Währungen bestehen 2026 noch 163

Staatliche Währungen entstehen häufig aus politischen Gründen und verschwinden durch Inflation oder Währungsreformen. Eine Datenbank der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erfasst 568 Währungen für 1850–2026; im Oktober 2026 bestehen noch 163.

Nach 1994 schrumpft die Währungsvielfalt

Iñaki Aldasoro, Jon Frost, Rudraksh Kansal und Catherine Schenk dokumentieren im BIZ-Forschungspapier Nr. 1392 Währungen auf sechs Kontinenten.

Ihre Zahl im Umlauf stieg von rund 67 im Jahr 1850 auf 192 im Jahr 1994 und sank bis Oktober 2026 auf 163. Der 1999 eingeführte Euro ersetzte insgesamt 23 frühere Währungen.

Von 568 erfassten Währungen endeten 405. Die beobachtete Lebensdauer beträgt im Median 33 Jahre, im Mittel 52,3 Jahre; 23 Prozent bestanden weniger als zehn Jahre.

Eine Überlebensanalyse, die noch umlaufende Währungen berücksichtigt, ergibt dagegen eine Halbwertszeit von 44 Jahren.

Brasilien, China und Indonesien verzeichnen jeweils neun Währungen, Angola acht, Argentinien sieben und Venezuela sechs.

Politische Geburt, wirtschaftliches Ende

Unabhängigkeit erklärt 27,5 Prozent der Einführungen, Namens- oder Einheitenänderungen 22,5 Prozent und Inflation 13,2 Prozent.

Bei Einstellungen dominieren Namens- oder Einheitenänderungen mit 35,3 Prozent vor Inflation mit 19,5 Prozent.

Krieg und Auflösung eines Hoheitsgebiets erklären jeweils 14,1 Prozent, Währungsunionen 8,4 Prozent.

Die mediane Lebensdauer reicht von 28 Jahren in Afrika über 29,5 in Europa und 31 in Asien bis 57 in Nordamerika.

Erfasst werden staatlich ausgegebene oder autorisierte Einheiten, nicht Wechselkursregime.

Währungswechsel sind nicht gleich Instabilität

Die Autoren warnen vor Gleichsetzungen von Währungswechseln und instabilen Geldordnungen.

Dezimalisierungen zählen als neue Währungen, Wechselkursregimewechsel dagegen nicht.

Zudem begrenzen die Restkategorie mit 26,2 Prozent der Einführungen und lückenhaftere Daten vor 1900 die Vergleiche.

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