Fremdfinanzierter KI-Boom gefährdet Finanzstabilität
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor Risiken durch fremdfinanzierte KI-Investitionen sowie vor Stablecoins. Neben geopolitischen Angebotsschocks könnten Überinvestitionen und intransparente Privatkredite die weltweite Finanzstabilität gefährden.
Hebelwirkung und Schattenkredite im KI-Boom
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht Anzeichen für eine Überhitzung der weltweiten KI-Investitionen.
Wachsende Schulden, Hebelwirkung und undurchsichtige Privatkredite schaffen komplexe Abhängigkeiten.
Sollten die Renditen enttäuschen, drohe ein Einbruch, der über Konsum- und Vermögenseffekte die Gesamtwirtschaft trifft.
Zudem belasten geopolitische Konflikte wie im Nahen Osten die Lieferketten durch wiederholte negative Angebotsschocks.
Zentralbanken müssen insbesondere Zweitrundeneffekte steigender Energiepreise auf die Inflation überwachen.
Zwar stützen KI-Ausgaben und Exporte bisher die globale Konjunktur, doch die zunehmende Verschuldung verstärkt die Anfälligkeit des Finanzsystems.
Tokenisierung statt privater Stablecoins
Bei digitalen Vermögenswerten sieht die BIZ Stablecoins kritisch, da ihnen die Parität zu Zentralbankgeld fehle und sie die Währungssouveränität bedrohen.
Stattdessen setzt die Institution auf die Tokenisierung von Einlagen und Reserven im zweistufigen Geldsystem, wie im Vorhaben Project Agorá, das nun in Phase zwei geht.
Da „Finanzstabilität ein globales öffentliches Gut“ sei, fordert die BIZ zudem eine strikte internationale Koordination bei der Regulierung neuer Technologien.
Warnschuss zur rechten Zeit
Die BIZ benennt treffsicher die gefährliche Mischung aus KI-Euphorie und unregulierter Schattenbankenfinanzierung.
Ohne internationale Regulierung droht die erhoffte Produktivitätsrevolution in einer heiklen Schuldenfalle zu enden.
Zentralbanken müssen diese Risiken ebenso konsequent adressieren wie klassische Angebotsschocks.
Quelle: Global economic outlook, AI and innovation
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