Italien hält an 2.450 Tonnen Gold als krisenfestem Puffer fest
Italien hält als viertgrößter staatlicher Goldbesitzer unverändert an seinen 2.450 Tonnen Gold fest. Vizegouverneur Sergio Nicoletti Altimari begründete diese Haltung auf einer Branchenkonferenz in Sorrent mit geopolitischen Risiken und der Funktion als haftungsfreier Puffer.
Keines Dritten Verbindlichkeit
Die Banca d’Italia hält ihre Bestände von 2.450 Tonnen Gold seit Beginn des Jahrhunderts stabil, während andere Notenbanken Bestände abbauten.
Sergio Nicoletti Altimari hob drei fundamentale Eigenschaften hervor: Erstens wirke das Edelmetall als sicherer Hafen in Krisenphasen.
Zweitens verbessere es als Diversifikator die Effizienzlinie von Reserveportfolios.
Drittens sei Gold die Verbindlichkeit von niemandem, womit Kredit- und Ausfallrisiken entfallen.
„Die Abwesenheit von Kredit- und Ausfallrisiken unterscheidet Gold von praktisch jedem anderen wichtigen Reserveaktivum“, betonte Altimari.
Die Bestände waren nach Tiefstständen im Zweiten Weltkrieg durch Exporterlöse aufgebaut worden.
Sanktionsangst und Fiskalexpansion
Seit 2022 wandelt sich der Goldmarkt tiefgreifend.
Zentralbanken – vor allem aus Schwellenländern – steigerten ihre Zukäufe nach dem Einfrieren russischer Währungsreserven deutlich.
Zudem treibt der sogenannte „Debasement Trade“ infolge hoher Staatsschulden und anhaltender Fiskalexpansion die Nachfrage.
Seit 2025 verzeichnen ETFs massive Zuflüsse, während die traditionelle Kopplung an reale Renditen aufbrach.
Altimari verwies zudem auf steigende Preisvolatilität und neue Dynamiken durch Tokenisierung.
Vom Relikt zum Machtfaktor
Italiens Festhalten an Gold erweist sich als kluge Absicherung gegen die Erosion solider Staatsfinanzen.
Dass Notenbanken den „Debasement Trade“ thematisieren, offenbart wachsende Zweifel am Vertrauen in Papierwährungen.
Das Edelmetall wandelt sich endgültig vom Relikt zum strategischen Machtfaktor.
Quelle: Gold between continuity and change
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