Hohe Schulden treiben Risikoprämien und Inflationserwartungen
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Hohe Schulden treiben Risikoprämien und In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen

Die Staatsverschuldung in Amerika hat Mehrjahrzehnte-Höchststände erreicht. Eine BIZ-Studie zeigt: Hohe Defizite und Zinslasten lassen Risikoaufschläge sowie kurzfristige Inflationserwartungen bei Schuldenspitzen überproportional stark steigen.

Die Rückkehr der Schuldenberge

In 27 von 33 untersuchten Volkswirtschaften Amerikas ist die Schuldenquote in den vergangenen zehn Jahren gestiegen.

Bei rund 40 Prozent dieser Länder nahm die Verschuldung im Verhältnis zum BIP um mehr als 20 Prozentpunkte zu, angetrieben durch Krisen wie die Pandemie und steigende Energiepreise.

In Schwellenländern der Region führt eine Erhöhung des Finanzdefizits um 1 Prozent des BIP bei hoher Verschuldung zu einem fast dreimal so starken Anstieg der EMBI-Risikoprämien wie bei niedriger Schuld.

Gleichzeitig verteuern steigende Zinslasten den Schuldendienst spürbar: Der Zinsaufwand wuchs in den meisten Staaten schneller als die Einnahmen.

Eine Ausnahme bildet Jamaika, das seine Schuldenquote von 148 Prozent im Jahr 2012 auf 68 Prozent im Jahr 2025 senken konnte.

Kaskadeneffekt auf die Inflation

Höhere Risikoaufschläge belasten die Wirtschaft über mehrere Kanäle.

Sie schwächen die heimische Währung, was die Importpreise und damit die kurzfristige Inflation nach oben treibt.

Zudem steigen die Refinanzierungskosten der Banken und Unternehmen selbst bei unveränderten Leitzinsen.

Schließlich schüren extreme Schuldenstände die Sorge vor einer Monetarisierung der Verbindlichkeiten.

Dies erhöht das Risiko, dass Haushalte und Unternehmen steigende Inflationsraten direkt in ihre Preissetzung und Lohnforderungen einkalkulieren.

Disziplin statt Abwarten

Die Analyse legt offen, wie gefährlich das politische Zögern bei der Haushaltskonsolidierung ist.

Wer bei hohen Zinsen nicht gegensteuert, gefährdet die Unabhängigkeit der Notenbanken.

Ohne strikte Fiskaldisziplin droht den Staaten ein teurer Glaubwürdigkeitsverlust am Markt.