Lagarde begründet zwei Zinserhöhungen um je 25 Basispunkte
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Lagarde begründet zwei Zinserhöhungen um je 25 Basispunkte

Christine Lagarde erläuterte am 17. Oktober 2026 in Bangkok vor dem Internationalen Währungs- und Finanzausschuss die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei dessen 54. Sitzung verwies sie auf den Energieschock und erhöhte Inflationsrisiken.

Energieschock verlangt geldpolitische Reaktion

Der EZB-Rat erhöhte die Leitzinsen im September wie bereits im Juni um 25 Basispunkte.

Die Inflation stieg im September auf 3,8 Prozent, die Kerninflation auf 2,5 Prozent.

Höhere Energiepreise halten die Teuerung laut EZB bis ins erste Halbjahr 2027 deutlich über dem Ziel; gegen Ende 2027 soll sie wieder etwa das Ziel erreichen.

Bislang fehlen über die Projektionen hinausgehende Übertragungseffekte auf Preise und Löhne.

Der Rat beurteilt Inflationsausblick samt Risiken, zugrunde liegende Inflation und geldpolitische Transmission.

Gestiegene Langfristzinsen bremsen Wachstum und Preisübertragung stärker als im September projiziert.

Die Wachstumsprognosen betragen 0,9 Prozent für 2026, 1,4 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028.

Wachstumsrisiken weisen nach unten, Inflationsrisiken nach oben.

Digitaler Euro erhält Pilotfahrplan

Für den digitalen Euro plant das Eurosystem ab der zweiten Jahreshälfte 2027 einen zwölfmonatigen internen Pilotversuch.

Voraussetzung ist die Verordnung bis Ende 2026.

Pontes ging am 21. September in Betrieb; Appia soll gemeinsame Standards, Infrastruktur und europäische Governance für tokenisierte Märkte entwerfen.

Im Juli beschloss der Rat Betrieb und Aufnahmeverfahren der erweiterten Repo-Fazilität EUREP; über 30 Zentralbanken zeigten binnen sechs Monaten Interesse.

Lagarde fordert solide Staatsfinanzen und befristete, gezielte Hilfen gegen den Energieschock.

Bankenpuffer begrenzen die Ansteckung

Lagarde sieht Banken dank hoher Kapital- und Liquiditätspuffer sowie stabiler Kreditqualität gut aufgestellt.

Konzentrierte KI-Anlagen, Cyberrisiken und Verbindungen zu Nichtbanken bleiben jedoch Schwachstellen.

Trotz Abflüssen und Rücknahmesperren bei privaten Kreditfonds begrenzen geringe direkte Engagements die Risiken im Euroraum.

Quelle: IMFC Statement

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