Iran-Krieg verstärkt Inflationsdruck bis 2027
BIS Studie

Iran-Krieg verstärkt Inflationsdruck bis 2027

Ricardo Reis beziffert den kumulierten Inflationseffekt des Iran-Kriegs für 2026–27 auf 1,5–2,0 Prozentpunkte. Sein am 19. Oktober 2026 veröffentlichtes Forschungspapier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stützt sich überwiegend auf Daten bis Mai.

Vier Kanäle verlängern den Schock

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 sank der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus um rund 90 Prozent.

Brent verteuerte sich von etwa 65 auf zeitweise über 115 US-Dollar je Barrel.

Reis untersucht die Folgen für Euroraum, Großbritannien und USA über Preisanpassungen, Erwartungen, Fiskalpolitik und Glaubwürdigkeit.

Träge Preise tragen laut Modell kumuliert 1,2–1,6 Prozentpunkte zum Inflationseffekt 2026–27 bei; Erwartungen weitere 0,3–0,4 Prozentpunkte.

Britische Einzelpreisdaten zeigen aufgestauten Preisdruck und eine geringere Wirkung von Zinserhöhungen als üblich.

Der fiskalische Verstärkungseffekt bleibt unklar, der langfristige Inflationsanker hält.

Die Größenordnungen sind keine Prognosen und verbinden Daten verschiedener Regionen.

Kurzfristige Erwartungen treiben Preise

Bereinigte zehnjährige Inflationsswaps steigen in den drei Regionen um 0,15–0,20 Prozentpunkte; Optionspreise zeigen keine dickeren Verteilungsränder für hohe Inflation.

Sarah M. Lein betont dagegen kurzfristige Erwartungen: Ein Experiment mit 3.840 Schweizer Firmen ergibt einen Durchgriff von rund 0,25 auf geplante Preise und Löhne.

Ihre Überschlagsrechnung ergibt zusätzlich 0,3 Prozentpunkte auf geplante Preise, ohne spätere Lohneffekte.

Francesco Bianchi warnt vor fiskalischen Risiken: Bei fragilen Staatsfinanzen können höhere Zinsen den Inflationsdruck verstärken.

Kein Freibrief zum Abwarten

Für Reis rechtfertigen Ausmaß und Dauer des Preisdrucks, den Energieschock nicht vollständig zu ignorieren.

Für eine Straffung nach dem Muster von 2022 sieht er jedoch keine ausreichende Grundlage.

Lein ergänzt, dass ein stabiler Langfristanker allein Zweitrundeneffekte über Preise und Löhne nicht verhindert.

Quelle: Inflation after the Iran war

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