Banken testen Betrugswarnungen vor Zahlungen ab 2027
BIS Rede

Banken testen Betrugswarnungen vor Zahlungen ab 2027

Abdul Rasheed Ghaffour, Gouverneur der Zentralbank Malaysias (BNM), kündigte am 6. Oktober 2026 in Kuala Lumpur einen Pilotversuch für branchenweite Betrugswarnungen an. Ausgewählte Banken sollen die Funktion im ersten Halbjahr 2027 testen.

Warnen, bevor das Geld fließt

Banken und PayNet entwickeln Warnungen, die Kunden vor Abschluss einer Zahlung zum Innehalten und Prüfen auffordern.

Ghaffour räumte zusätzliche Reibung ein, begründete sie aber mit dem Schutz vor selbst autorisierten Betrugszahlungen.

Seit Oktober 2025 analysiert das Nationale Betrugsportal Zahlungsnetzwerke; PayNet markierte mehr als 1.600 verdächtige Konten, viele mit Risiken als Geldkurierkonten.

Überarbeitete Vorgaben zum Technologierisikomanagement und neue Regeln zur Betrugsbekämpfung stärken Resilienz und Verantwortlichkeit.

Im ersten Halbjahr 2026 verhinderte der Finanzsektor betrügerische Transaktionen von rund 1,9 Mrd. Ringgit, gegenüber 1,2 Mrd. im gesamten Jahr 2025.

Über fünf Jahre wurden Vermögenswerte von mehr als 37 Mrd. Ringgit zurückgewonnen.

Kriminelle automatisieren ihre Täuschung

Rund 95 Prozent der Onlinebetrugsfälle betreffen Opfer, die selbst Geld überweisen.

Laut INTERPOL ist KI-gestützter Betrug 4,5-mal profitabler als herkömmlicher Betrug.

Ghaffour verwies auf Deepfakes, KI-Agenten und geopolitische Fragmentierung; gemäß FATF-Standards müssen geopolitische Entwicklungen in Risikobewertungen einfließen.

Seit dem AMLA-Gesetz von 2001 hat Malaysia fünf nationale Risikobewertungen vorgenommen und beaufsichtigt mehr als 27.000 meldende Institute.

Die gegenseitige Länderprüfung 2025 würdigte das System positiv.

Prävention statt nachträglicher Erkennung

Ghaffour fordert den Übergang von reaktiver Erkennung zu vorausschauender Prävention.

Dazu verlangt er strukturierte, grenzüberschreitende Kooperation zwischen Behörden und Unternehmen sowie innerhalb der Privatwirtschaft.

Sichere Informationswege, tragfähige Governance und internationale Ermittlungskooperation sollen das Lagebild vervollständigen.

Fehler melden