Köhler-Geib fordert europäischen KI-Airbus für Spitzenmodelle
Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib hat in Brüssel die Gründung eines europäischen Konsortiums nach dem Vorbild von Airbus für künstliche Intelligenz vorgeschlagen. Europa müsse eigene Spitzenmodelle entwickeln und Photonik-Chips fördern, um digitale Souveränität zu sichern.
Ein Modellverbund nach Luftfahrt-Vorbild
Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib plädiert für die Schaffung eines europäischen Konsortiums nach dem Vorbild von Airbus zur Entwicklung transformativer KI.
Nach Beratungen mit Ex-EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verwies sie darauf, dass Europa wie in der Luftfahrt der 1960er-Jahre hinter den USA liege.
Neben Mistral brauche es ein weiteres europäisches Basismodell sowie spezialisierte Modelle für Industriedaten.
Andernfalls bleibe Europa Preisnehmer in einem IT-Oligopol.
Zudem sei Cybersicherheit auf Basis leistungsfähiger Modelle für Europa „eine Frage des Überlebens – im wörtlichen wie im wirtschaftlichen Sinne“, warnte Köhler-Geib.
Photonik-Chips und gebündelte Nachfrage
Gemeinsam mit BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus hatte Köhler-Geib zuvor ein Strategiepapier mit 37 Maßnahmen vorgelegt.
Zentrale Hebel seien photonische Chips, die marktreif und energieeffizienter als herkömmliche Halbleiter seien, sowie gebündelte öffentliche Nachfrage.
Die Bundesbank selbst schreibe derzeit europäische Cloud-Dienste aus und strebe mit dem Eurosystem native EU-Umgebungen an, etwa beim bankaufsichtlichen Meldewesen.
Wunschdenken ohne Kapitalmarktunion
Der Vorstoß benennt Europas fatale Tech-Abhängigkeit treffend.
Ein schwerfälliges Airbus-Modell greift bei KI jedoch zu kurz, solange private Wagniskapitalmärkte blockiert sind.
Ohne echte Kapitalmarktunion bleibt die geforderte digitale Souveränität eine Illusion.