KI-Boom steigert Volatilität der US-Wirtschaft um 2,8 Prozent
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz treibt die Gesamtwirtschaftsschwankungen in den USA deutlich stärker an als der IT-Boom der 1990er Jahre. Eine Studie der Kansas City Fed beziffert den Anstieg der BIP-Volatilität durch KI-Technologien auf 2,8 Prozent.
Dreieinhalbmal stärkere Effekte als beim IT-Boom
Die Entwicklung und Produktion von Technologien auf Basis Künstlicher Intelligenz verstärkt die makroökonomischen Schwankungen in den USA erheblich.
Laut einer aktuellen Arbeitsstudie der Federal Reserve Bank of Kansas City erhöhte das Wachstum der KI-Produktion die Gesamtwirtschafts-Volatilität der USA um 2,8 Prozent.
Dies entspricht etwa dem 3,5-fachen Effekt des historischen IT-Booms Ende der 1990er Jahre.
Grund dafür ist die Konzentration von KI-Anwendungen in Sektoren und Berufen, deren Produktivität und Beschäftigung traditionell starken Schwankungen im Konjunkturverlauf unterliegen.
Sollte die Neuausrichtung des Arbeitsmarktes zu einer höheren Elastizität des Arbeitsangebots führen, könnte die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit künftig noch weiter steigen.
Flexiblere Berufe im Visier der Technologie
KI-Technologien betreffen vor allem Berufsfelder, die historisch eine überdurchschnittliche Dynamik aufweisen.
Dazu gehören höhere Schwankungen der Beschäftigung im Konjunkturverlauf, häufigere Stellenwechsel der Beschäftigten sowie höhere Wiedereinstellungsraten.
Zudem verlassen Arbeitnehmer nach einem Arbeitsplatzverlust in diesen Bereichen seltener komplett den Arbeitsmarkt.
Auch die herstellenden KI-Sektoren selbst zeigten in der Vergangenheit eine ausgeprägte Produktivitätsvolatilität.
Preis der Disruption
Die Studie legt den Finger in eine verdrängte Wunde des aktuellen KI-Hypes.
Höhere Produktivität wird mit dauerhaft höherer gesamtwirtschaftlicher Volatilität erkauft.
Für die Geldpolitik bedeutet diese strukturelle Verschiebungsdynamik, dass künftige Konjunkturzyklen spürbarer und unberechenbarer ausfallen dürften.