Tabaković: Serbiens Wirtschaft robust trotz globaler Turbulenzen
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Tabaković: Serbiens Wirtschaft robust trotz globaler Turbulenzen

Jorgovanka Tabaković, Gouverneurin der Nationalbank Serbiens, betonte die Robustheit der serbischen Wirtschaft angesichts globaler Risiken. Sie warnte vor den Auswirkungen steigender Ölpreise auf Inflation und Wachstum.

Ölpreise und EU-Reformen prägen das Bild

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für den Euroraum für dieses Jahr leicht nach oben korrigiert.

Dennoch haben sich die globalen Bedingungen seit Januar verschlechtert.

IWF-Schätzungen zufolge führt ein anhaltender Anstieg der Ölpreise um 10 Prozent zu einem globalen Inflationsanstieg von 40 Basispunkten und einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 0,1 bis 0,2 Prozent.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte Szenarien, die signifikante makroökonomische Effekte durch höhere Ölpreise auf Inflation und Wachstum aufzeigen.

Für Serbien sind die Einschätzungen zur EU-Wirtschaft von besonderer Bedeutung, da europäische Länder Serbiens wichtigste Wirtschaftspartner sind.

Der IWF analysierte zudem Reformen auf EU- und nationaler Ebene, die darauf abzielen, einen voll funktionsfähigen Binnenmarkt zu schaffen.

Diese könnten die Produktivität in der EU um rund 20 Prozent und das BIP pro Kopf langfristig um etwa 35 Prozent steigern.

Serbien reagierte umgehend auf die Schocks am Energiemarkt mit umfassenden Schutzmaßnahmen für Haushalte und Unternehmen.

Stabilität als Anker

Serbiens makroökonomische Politik wird vom IWF als 'umsichtig' gelobt und hat zu 'beeindruckenden Ergebnissen' geführt.

Hohe Devisenreserven, substanzielle Staatsguthaben und ein widerstandsfähiger, gut kapitalisierter Bankensektor stützen die Wirtschaft.

Fiskalische Disziplin wird strikt eingehalten, und die Geldpolitik bleibt vorsichtig, um die Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Diese umsichtige Politik und ein resilienter Finanzsektor sind wichtige Anker in Zeiten erhöhter Unsicherheit.

Serbien ist zudem eines von nur zwei Ländern, deren Leitzins laut IWF-Regionalbericht auf dem von der Taylor-Regel empfohlenen Niveau liegt.

Die Staatsverschuldung Serbiens liegt mit unter 45 Prozent des BIP deutlich unter den Maastricht-Kriterien.

Wissen oder Nachplappern?

Die Anekdote von Max Planck und seinem Chauffeur dient als prägnante Metapher für die Unterscheidung zwischen echtem Fachwissen und oberflächlicher Reproduktion.

In komplexen wirtschaftlichen Zeiten ist diese Mahnung an die Notwendigkeit tiefgreifenden Verständnisses für Zentralbanker und Entscheidungsträger von entscheidender Bedeutung.

Sie unterstreicht die Gefahr, die von 'lauten und gefährlichen' Akteuren ausgeht, die ohne echtes Fundament agieren.