Islamische Finanzwirtschaft peilt 9,6 Billionen Dollar bis 2030 an
BIS Rede

Islamische Finanzwirtschaft peilt 9,6 Billionen Dollar bis 2030 an

Neue Handelskorridore zwischen Asien, Nahost und Afrika beschleunigen das Wachstum islamischer Finanzmärkte auf prognostizierte 9,6 Billionen US-Dollar bis 2030. Malaysia festigt dabei seine Rolle als führender Emittent mit einem globalen Sukuk-Marktanteil von 37 Prozent.

Milliardenbedarf an den neuen Handelskorridoren

Das weltweite Volumen islamischer Finanzanlagen soll bis 2030 von derzeit 6,0 auf 9,6 Billionen US-Dollar steigen, getragen von mehr als 2.200 Instituten.

Während grenzüberschreitende Portfolio-Vermögenswerte 89 Billionen Dollar übersteigen, erreicht bisher nur ein kleiner Teil des Sukuk-Kapitals Infrastrukturprojekte in Südasien und Afrika.

Die wachsende Verflechtung zwischen den ASEAN-Staaten und dem Golf-Kooperationsrat stützt diesen Expansionskurs: Rund 30 Prozent des prognostizierten Handelswachstums zwischen beiden Regionen basieren auf Wirtschaftsabkommen und islamischem Banking.

Zudem eröffnet die Halal-Wirtschaft ein Marktpotenzial von 2,2 Billionen Dollar.

Zuletzt verzeichnete Malaysia für seinen Global Sukuk über 1,5 Milliarden Dollar eine 4,7-fache Überzeichnung.

Trans­pa­renzof­fen­si­ve im Interbankenmarkt

Malaysia stellt 37 Prozent des globalen Sukuk-Bestands und deckt im heimischen Bankensystem fast die Hälfte aller Finanzierungen scharia-konform ab.

Das Handelsvolumen am unbesicherten Interbankenmarkt verdoppelte sich binnen fünf Jahren auf über 1 Billion Ringgit im Jahr 2025.

Mit der Benchmark MYOR-i, die ab 1. Juli 2027 verbindlich gilt, forciert das Land transaktionsbasierte Transparenz.

Zudem wuchs der ASEAN-Marktanteil heimischer Retakaful-Anbieter von unter 7 Prozent auf 22 Prozent.

Starke Nische ohne globale Durchschlagskraft

Die anvisierten 9,6 Billionen Dollar täuschen über die anhaltende regionale Zersplitterung hinweg.

Ohne liquide Geldmärkte und einheitliche Standards bleiben die neuen Handelsrouten unausgeschöpft.

Malaysias Benchmark-Pionierarbeit ist ein Fortschritt, löst aber das globale Skalierungsproblem nicht allein.

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