Mauritius schult Aufsichtskräfte gegen Finanzkriminalität
BIS Rede

Mauritius schult Aufsichtskräfte gegen Fi­nanz­kri­mi­na­li­tät

Die Bank of Mauritius, die Finanzdienstleistungskommission FSC und die Financial Crimes Commission bündeln ihre Ausbildung gegen Geldwäsche. Das gemeinsame Programm bereitet Aufsichts- und Ermittlungsbehörden auf die anstehende ESAAMLG-Länderprüfung vor.

Drei Behörden, ein Lehrgang

Die Bank of Mauritius hat die dritte Auflage des gemeinsamen Ausbildungsprogramms zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestartet.

Erstmals kooperieren dabei die Zentralbank, die Finanzdienstleistungskommission FSC und die Financial Crimes Commission (FCC).

Das Programm führt Aufsicht, Finanzermittlung und Strafverfolgung zusammen, um Nachwuchskräfte praxisnah für komplexe Finanzkriminalität auszubilden.

Finanzkriminalität kenne keine institutionellen Grenzen, hieß es zur Begründung der trilateralen Initiative.

Die Teilnehmenden durchlaufen Stationen in allen drei Behörden, um behördenübergreifende Schnittstellen und Arbeitsweisen direkt in der Praxis kennenzulernen.

Härtetest für den Inselstaat

Der Ausbildungsstart fällt in eine kritische Phase für den Finanzplatz: Mauritius bereitet sich auf die Länderprüfung durch die regionale Geldwäsche-Gruppe ESAAMLG im Jahr 2027 vor, für die im Dezember eine erste Vorbereitungsmission ansteht.

Der Inselstaat gehört inzwischen zu den wenigen Ländern, die alle 40 Empfehlungen der Financial Action Task Force (FATF) vollständig oder weitgehend erfüllen.

Die Evaluierung prüft nun vor allem die praktische Wirksamkeit der behördlichen Zusammenarbeit.

Bürokratie überwinden, Vertrauen sichern

Die enge Verzahnung von Aufsicht und Strafverfolgung schließt gefährliche Lücken in der Kontrollarchitektur.

Für den Finanzplatz Mauritius hängt das Vertrauen internationaler Investoren direkt an einer lückenlosen AML-Bilanz.

Das neue Programm ist fachlich überfällig, muss sich im Aufsichtsalltag aber erst beweisen.

Fehler melden