Kernunternehmen prägen Investitionen und Löhne der Zulieferer
Eine Studie der Bank of Japan zeigt, wie eng Investitionen und Löhne in japanischen Lieferketten verknüpft sind. Während temporäre Nachfrageschocks aus dem Ausland vor allem Boni beeinflussen, steuern Kernunternehmen die regulären Lohnanpassungen und Investitionen ihrer Zulieferer.
Bonus-Effekte und nachgelagerte Investitionen
Die Analyse von Ökonomen der Bank of Japan zeigt deutliche Kopplungseffekte im japanischen Verarbeitenden Gewerbe.
Temporäre Nachfrageschocks aus dem Ausland lösen starke synchrone Bewegungen bei den Bonuszahlungen aus.
Die Lohnelastizität der Boni gegenüber dem Umsatz liegt sowohl bei direkten als auch bei indirekten Exporteuren nahe bei 1,0. Bei den Kapitalinvestitionen zeigt sich eine klare Ausrichtung von oben nach unten: Investitionsentscheidungen nachgelagerter Kundenunternehmen stimulieren die Investitionsquote (I/K-Verhältnis) der vorgelagerten Zulieferer.
Dieser Effekt zeigt sich besonders stark in der Stahlindustrie, bei Nichteisenmetallen und in der Elektronikbauteile-Fertigung.
Zudem bewegen sich Investitionen von Auslandsfilialen im Gleichschritt mit denen ihrer inländischen Hauptkunden.
Kernunternehmen als Taktgeber bei regulären Gehältern
Bei regulären Gehältern orientieren sich japanische Firmen primär an den Kernunternehmen an der Spitze ihrer Lieferkette.
Diese Lohnkopplung ist in der Automobil- und Transportgeräteindustrie besonders stark ausgeprägt, wo Zulieferer ihre Gehaltsentscheidungen kurz nach den Großkonzernen treffen.
Mit zunehmendem Abstand vom Kernunternehmen schwächt sich der Effekt jedoch ab: Zulieferer ab der dritten Ebene können den Lohnerhöhungen der Branchenführer oft nicht folgen, da ihre Preismacht gegenüber den Abnehmern zu gering ist.
Hierarchie schlägt Marktmechanismus
Die Studie zeigt eindrücklich, dass Geldpolitik in Japan auf ein hierarchisches Netzwerk trifft.
Wer die Lohndynamik verstehen will, muss die Signalwirkung der wenigen Großkonzerne analysieren.
Für kleine Zulieferer ohne eigene Preismacht bleibt diese Kaskade jedoch ein Risiko.