Cook zieht Lehren aus vier Jahren Finanzstabilität bei der Fed
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Cook zieht Lehren aus vier Jahren Finanzstabilität bei der Fed

Lisa D Cook, Gouverneurin der Federal Reserve, zieht Bilanz ihrer vierjährigen Amtszeit als Vorsitzende des Ausschusses für Finanzstabilität. Sie beleuchtet die Rolle des Fed-Finanzstabilitätsberichts und der Szenarioanalysen.

Von Fischer bis zum Regenbogen-Chart: Fed-Stabilitätsarbeit

Der Ausschuss für Finanzstabilität der Federal Reserve wurde 2014 nach der globalen Finanzkrise gegründet, um Erkenntnisse von Ökonomen, Marktexperten, Bankenaufsehern und Zahlungssystemexperten zu bündeln.

Lisa Cook würdigt die Beiträge des ersten Vorsitzenden Stanley Fischer, der bereits auf Datenlücken und Risiken durch Nichtbanken-Finanzintermediäre hinwies.

Diese Themen bleiben relevant für die Überwachung der Finanzstabilität.

Der halbjährliche Finanzstabilitätsbericht (FSR), 2018 von Chair Powell eingeführt, bietet Transparenz über die vier Schlüssel-Vulnerabilitäten: Vermögensbewertungen, Verschuldung von Unternehmen und Haushalten, Leverage im Finanzsektor und Refinanzierungsrisiken.

Ein Beispiel ist der 'Regenbogen-Chart', der das rasche Wachstum von Bankkreditverpflichtungen gegenüber Nichtbanken-Finanzinstituten detailliert aufzeigt und tiefere Einblicke in die Entwicklung des Privatkreditmarktes ermöglicht.

Unbekannte Unbekannte: Die Kunst der Szenarioanalyse

Die Szenarioanalyse ist ein zentrales Instrument zur Bewertung der Finanzstabilität und unterscheidet sich von aufsichtsrechtlichen Stresstests.

Während letztere 'bekannte Unbekannte' wie die Große Rezession präzise auf einzelne Banken anwenden, untersucht die Szenarioanalyse potenziell beispiellose Ereignisse, etwa 'Was wäre, wenn KI enttäuscht?'.

Der Fokus liegt auf der Quantifizierung von 'Tail Risks' und der Analyse von Zweitrundeneffekten sowie Spillover-Effekten zwischen Märkten und Institutionen, die in Banken-Stresstests nicht berücksichtigt werden.

Schätzungen von Verlusten und Liquiditätsabflüssen sind dabei oft ungenauer, da Mikrodaten fehlen.

Dies ermöglicht ein tieferes Verständnis der Systemreaktionen unter extremem Stress.

Vigilanz als Daueraufgabe

Die Finanzstabilitätspolitik ist ein komplexes und fortlaufendes Unterfangen, das ständige Wachsamkeit erfordert.

Selbst in Phasen relativer Ruhe müssen Policymaker die Evolution des Finanzsystems und potenzielle Risiken kontinuierlich bewerten.

Die Arbeit des Ausschusses und die Szenarioanalysen dienen als unverzichtbare Leitfäden, um das System widerstandsfähig zu halten.

Quelle: Lisa D Cook: Reflections on financial stability

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