Japanische Industrie puffert Lieferengpässe vier Monate ab
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Japanische Industrie puffert Lieferengpässe vier Monate ab

Eine neue Studie der Bank von Japan analysiert 1,1 Millionen Firmentransaktionen im Verarbeitenden Gewerbe. Pufferlager dämpfen Schocks durch kritische Engpass-Produkte im Median etwa vier Monate ab, ehe die gesamtwirtschaftliche Produktion steil einbricht.

Das Dickicht der Fahrzeugbauer

Die Forschenden verknüpfen Mikrodaten der Teikoku Databank mit amtlichen Industrieerhebungen zu 1,1 Millionen Produktbeziehungen von 13.013 Unternehmen.

Über Kennzahlen der Netzwerkzentralität identifiziert die Untersuchung 197 finale Endhersteller an der Spitze der Produktionsketten.

Besonders die Liefernetzwerke der Automobilindustrie erweisen sich als extrem lang und großskalig: Ein durchschnittlicher Fahrzeugbauer zieht Vorprodukte von knapp 2.000 Zulieferbetrieben über bis zu sechs Lieferstufen hinweg.

Nachfrageänderungen bei diesen zentralen Großunternehmen strahlen dadurch um ein Vielfaches stärkere Effekte auf die Produktion der einzelnen Zulieferer ab als in allen anderen Industriezweigen.

321 kritische Nadelöhre

Anhand von Zwischenzentralität, Marktkonzentration und Preisvarianz isoliert das Papier 321 sogenannte Bottleneck-Produkte bei 286 Firmen – vor allem in der Elektronik, dem Maschinenbau und der Chemie.

Eine Simulation eines 50-prozentigen Produktionsausfalls zeigt: Firmeneigene Lagerbestände können den Gesamtausstoß im Median etwa vier Monate stabil halten.

Danach sind die Materialreserven erschöpft, und der Produktionsrückgang greift beschleunigt auf nachgelagerte Branchen über.

Trügerische Vorratssicherheit

Die Arbeit liefert wertvolle Daten für makroökonomische Stresstests in Zeiten globaler Unsicherheit.

Der seit 2010 beobachtete Lageraufbau federt kurzfristige Lieferstörungen zwar wirksam ab.

Gegen lang anhaltende strukturelle Abrisse in extrem verästelten Lieferketten schützt die teure Bevorratung aber kaum.