Strengere Aufsicht für ausgelagerte Fondsfunktionen
Die irische Zentralbank hat sämtliche 121 Fondsgesellschaften des Landes zu ihren Auslagerungspraktiken überprüft. Vizegouverneurin Mary-Elizabeth McMunn kündigte in Dublin nach Mängeln bei der Aufsicht eine Überarbeitung des Regelwerks für Anfang 2027 an.
5,6 Billionen Euro und 121 Prüfungen
Das verwaltete Vermögen irischer Fonds verdreifachte sich in den vergangenen zehn Jahren von 1,6 auf 5,6 Billionen Euro, während die Zahl der zugelassenen Fonds um 50 Prozent auf 9.000 stieg.
Vor diesem Hintergrund untersuchte die Notenbank alle 121 irischen Fondsmanagementgesellschaften.
Neben quantitativen Erhebungen führte die Behörde 41 vertiefte Prüfungen sowie 21 Vor-Ort-Inspektionen durch, die mehr als 35 Prozent des verwalteten Vermögens abdecken.
McMunn betonte zwar Fortschritte beim Risikomanagement, verwies jedoch auf Schwachstellen: Mangelnde Unabhängigkeit der Verwaltungsräte, übermäßige Abhängigkeit von Konzernausschüssen, Personalengpässe und lückenhaften Datenzugriff.
Neue Governance-Regeln ab 2027
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, kündigte die Zentralbank für dieses Jahr eine Revision der Vorgaben für Fondsgesellschaften an.
Die geplante Reform soll den bestehenden Leitfaden vereinfachen und das Regelwerk für Schlüsselfunktionen straffen.
Zudem prüft die Behörde, das Rahmenwerk für individuelle Verantwortlichkeit (SEAR) verhältnismäßig auf den Fondssektor anzuwenden.
McMunn stellte klar, dass Vereinfachung nicht den Verzicht auf Regeln bedeutet.
Die offizielle Konsultation zu den neuen Vorschriften soll Anfang 2027 starten.
Keine Ausreden bei der Verantwortung
Die Zentralbank stellt klar, dass Auslagerungen kein Freibrief zur Abgabe von Verantwortung sind.
Aufgedeckte Mängel bei Aufsichtsräten und Personal zeigen, dass manche Gesellschaften ihre Pflichten vernachlässigen.
Wer als Finanzplatz verlässlich bleiben will, muss Führung aktiv leben statt sie nur zu dokumentieren.