Bowman bündelt Bankenaufsicht in fünf Regionen
Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende der Federal Reserve (Fed) für Bankenaufsicht, kündigte am 6. Oktober 2026 in St. Louis fünf Aufsichtsregionen an. Auf der Forschungskonferenz zu regionalen Banken erläuterte sie zudem Reformen der Kapitalregeln und Aufsichtspraxis.
Fünf Regionen, klare Verantwortung
Die Fed beginnt, ihre Bankenaufsicht in fünf Regionen neu zu organisieren.
Je ein regionaler Leiter verantwortet sämtliche Aufsichtsaktivitäten; die Grenzen folgen den Bundesstaaten statt den bisherigen Fed-Bezirken.
Prüfer bleiben an ihren Standorten und betreuen weiterhin dieselben Banken.
Als Vorbild dient die regionale Struktur des Verbands der Bankenaufsichtsbehörden der Bundesstaaten.
Bowman verwies auf den vorläufigen Bericht der Starling Advisory Group zum Scheitern der Silicon Valley Bank vom September 2026.
Er beschreibt eine Lücke zwischen Entscheidungsbefugnis und Rechenschaftspflicht sowie Verzögerungen durch zahlreiche Ausschüsse.
Die seit 29. Oktober 2025 geltenden Aufsichtsgrundsätze richten Prüfungen auf Risiken materieller finanzieller Schäden aus.
Schwellenwerte wachsen künftig mit
Seit 15 Jahren liegt die Grenze für regionale Banken bei 10 Mrd. Dollar Bilanzsumme.
Bowman kündigte für 2026 höhere feste Schwellenwerte mit Anpassungen alle fünf Jahre sowie Änderungen der Größenklassen an.
Regulation O für Insiderkredite ist seit 1979 nicht umfassend überarbeitet; ein Reformvorschlag datiert vom 31. Juli 2026.
Mit der US-Währungsaufsicht (OCC) und der US-Einlagensicherung (FDIC) senkte die Fed die vereinfachte Verschuldungsquote auf 8 Prozent.
Das Sonderaufsichtsprogramm für neuartige Aktivitäten entfiel, weil es laut Bowman Innovation behinderte.
Finanzrisiko statt Prozessprüfung
Bowman stellt finanzielle Risiken über Prüflisten; beim CAMELS-Rating soll die Managementnote nicht mehr allein die Gesamtnote bestimmen.
Sie fordert realistischere Wettbewerbsprüfungen bei Fusionen und klarere Zulassungen für neue Banken.
Der US-Prüfungsrat für Finanzinstitute (FFIEC) arbeitet zudem an schlankeren Meldeberichten.