Geldpolitik und Finanzstabilität verstärken sich gegenseitig
BIS Rede

Geldpolitik und Finanzstabilität verstärken sich gegenseitig

In Basel betonte die Schweizerische Nationalbank das enge Zusammenspiel von Geldpolitik und Finanzstabilität. Notenbanken müssten Risiken im Finanzsystem proaktiv vor dem Ausbruch von Krisen mit makroprudenziellen Instrumenten abfedern.

Lehren aus der Krise von 2008

Geldpolitik und Finanzstabilität lassen sich nicht isoliert betrachten.

Gerade in Phasen tiefgreifenden Wandels greifen beide Bereiche unmittelbar ineinander.

Die globale Finanzkrise von 2008 hat gezeigt, dass Notenbanken Risiken für die Finanzstabilität frühzeitig mindern müssen.

„Geldpolitik und Finanzstabilität können Hand in Hand gehen“, betonte der Redner in Basel.

Beide Aufgabenbereiche würden sich in der Praxis sogar gegenseitig verstärken, wenn die passenden Werkzeuge bereitstehen.

Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) steht die Weiterentwicklung makroprudenzieller Instrumente im Mittelpunkt, um die Widerstandskraft des Schweizer Finanzsystems dauerhaft zu stärken.

Prävention statt Scha­dens­be­gren­zung

Der SNB-Ansatz verdeutlicht den Wandel in der Zentralbankpraxis: Statt stabilitätspolitische Risiken lediglich ex post zu bewältigen, rückt die proaktive Steuerung ins Zentrum.

Bei der Podiumsdiskussion mit Sarah Lein und Nikola Tarashev standen konkrete Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit im Fokus.

Die Schweizer Notenbank analysiert dabei gezielt die Wechselwirkungen zwischen Zinsentscheiden und makroprudenziellen Auflagen für Banken, um systemische Risiken im Inland frühzeitig zu dämpfen.

Gute Absicht, schwierige Praxis

Das Plädoyer für proaktive Stabilitätspolitik ist folgerichtig, verschweigt aber reale Zielkonflikte im Zinszyklus.

Makroprudenzielle Werkzeuge können strukturelle Risiken im Bankensektor nicht allein abfedern.

Für Anleger zählt letztlich, ob die SNB im Ernstfall den Mut zu unpopulären Eingriffen aufbringt.

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