Leitzins steigt um 50 Basispunkte auf 16,0 Prozent
Die ukrainische Zentralbank hebt den Leitzins um 50 Basispunkte auf 16,0 Prozent an. Grund sind anhaltender Preisdruck durch Angriffe auf die Infrastruktur und teurere Energieimporte infolge des Nahostkonflikts.
Gegenwind durch Kriegsschäden und Ölpreise
Der Vorstand der Nationalbank der Ukraine hat den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 16,0 Prozent angehoben.
Die Teuerung beschleunigte sich im August auf 8,1 Prozent im Jahresvergleich und übertraf damit die vorherigen Prognosen.
Als Haupttreiber nennt die Zentralbank steigende Treibstoffpreise infolge des Nahostkonflikts sowie höhere regulierte Tarife nach russischen Angriffen auf kritische Energie- und Logistikanlagen.
Zudem belasten ein akuter Arbeitskräftemangel und anhaltend starkes Lohnwachstum die Produktionskosten der Unternehmen.
Mit der Zinserhöhung will die Notenbank die Attraktivität von Hrywnja-Anlagen stärken, den Devisenmarkt stabilisieren und die Inflation bis 2027 wieder auf das Fünf-Prozent-Ziel zurückführen.
Haushaltsrisiken und fragile Devisenreserven
Hinter dem Zinsschritt stehen auch wachsende Risiken für die Staatsfinanzen.
Im Juli und August fielen die offiziellen internationalen Finanzhilfen geringer aus als geplant, wodurch die Devisenreserven sanken und der fiskalische Spielraum schrumpfte.
Da ein Großteil der künftigen Auszahlungen an Reformgesetze des Parlaments geknüpft ist, bleibt der Zufluss externer Gelder volatil.
Um trotz der geldpolitischen Straffung die Kreditvergabe an Unternehmen nicht abzuwürgen, stellte die Notenbank zwei regulatorische Entlastungspakete bereit.
Notwendige Notbremse unter Dauerbeschuss
Die Anhebung auf 16,0 Prozent ist die einzig logische Antwort auf Kriegsfolgen und Energiepreisschocks.
Solange westliche Hilfsgelder verzögert fließen, muss die Notenbank die Hrywnja im Alleingang stützen.
Die Maßnahme verteuert zwar die Staatsfinanzierung, verhindert aber den Absturz in eine Währungskrise.