US-Zölle und teures Öl setzen Kanadas Wirtschaft unter Druck
Neue US-Zölle und hohe Energiepreise belasten Kanadas Konjunktur, während die Inflation bei rund 3,0 Prozent verharrt. Die Bank of Canada hält vorerst an ihrem Leitzins fest und führt im Oktober das neue Prognosemodell Prima ein.
Zwischen Exporterholung und neuem Zollschock
Kanadas Wirtschaft zeigt nach einem schwachen Jahresauftakt Anpassungskraft: Die Exporte ohne Energiesektor stiegen im zweiten Quartal 2026 um 14,5 Prozent, während die Unternehmensinvestitionen annualisiert um 8,8 Prozent zulegten.
Dennoch belasten zwei Risiken den Ausblick.
Die erneute Eskalation im US-Handelskonflikt betrifft rund 5 Prozent der kanadischen Güterausfuhren in die USA und könnte das Wachstum im vierten Quartal auf unter 1,0 Prozent halbieren.
Zugleich treibt der Nahost-Konflikt die Ölpreise in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel, was durch beschädigte Raffinerien die Treibstoffkosten überproportional anhebt.
Die Inflation lag zuletzt bei rund 3,0 Prozent.
Struktureller Wandel und neue Prognosemodelle
Neben dem Handelsstreit transformieren Demografie und Technologie den Markt.
Das Erwerbspersonenpotenzial wächst in den kommenden Jahren nahezu bei null Prozent.
Gleichzeitig nutzt mittlerweile jedes fünfte kanadische Unternehmen Künstliche Intelligenz.
Die Notenbank beließ ihren Leitzins zuletzt unverändert, um das Zusammenspiel aus nachlassender Nachfrage und steigendem Preisdruck abzuwarten.
Für den geldpolitischen Bericht im Oktober setzt die Zentralbank erstmals auf das neue Prognosemodell Prima.
Machtlos gegen Angebotsschocks
Die Bank of Canada steht im Dilemma zwischen wachstumshemmenden Zöllen und angebotsgetriebener Energieinflation.
Weder US-Protektionismus noch globale Ölschocks lassen sich mit nationalen Zinsen kurieren.
Den Währungshütern bleibt vorerst nur das Fahren auf Sicht, um Zweitrundeneffekte abzuwarten.
Quelle: Navigating uncertainty and adapting to change
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