Cipollone treibt T+1 und Abwicklung tokenisierter Anlagen voran
Europas Wertpapiermärkte wechseln am 11. Oktober 2027 von zwei Tagen auf einen Tag zwischen Handel und Abwicklung. EZB-Direktor Piero Cipollone fordert zügige Tests und erläutert den Ausbau der Abwicklung tokenisierter Anlagen in Zentralbankgeld.
Ein Tag verlangt neue Abläufe
Piero Cipollone sprach beim EU-T+1-Industriekomitee in Frankfurt.
Kürzere Abwicklungsfristen verringern laut ihm Markt- und Gegenparteirisiken und verlangen mehr Standardisierung und Automatisierung.
Die Europäische Zentralbank (EZB), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde und die Europäische Kommission unterstützen die Vorbereitungen.
TARGET2-Securities (T2S) wickelt bereits Geschäfte mit T+1 und T+0 in Zentralbankgeld ab; Änderungen der Nachtverarbeitung sind für Juni 2027 geplant.
Umsetzung und Tests müssen vorankommen.
Seit 30. März 2026 akzeptiert das Eurosystem marktfähige, bei DLT-Zentralverwahrern emittierte Anlagen als Sicherheiten.
Es prüft auch Anlagen außerhalb bisher zugelassener Abwicklungssysteme; ihre Angemessenheit bleibt Voraussetzung.
Pontes erweitert den zeitlichen Rahmen
Seit 21. September 2026 verbindet Pontes DLT-Marktplattformen mit TARGET-Diensten zur Abwicklung tokenisierter Anlagen in Zentralbankgeld.
Bis Mitte 2027 sollen die Betriebszeiten deutlich steigen, 2028 folgt durchgehender Betrieb an 365 Tagen.
Bereits 2027 ist sofortige Abwicklungsfinalität auf der Eurosystem-DLT-Plattform vorgesehen.
Appia soll bis 2028 einen Entwurf für ein integriertes europäisches Tokenisierungsökosystem mit gemeinsamen Standards liefern.
Der Konsultationsbericht vom 28. Oktober 2026 zeigt breite Unterstützung und Bereitschaft zur Mitarbeit.
Vernetzung statt digitaler Silos
T2S bleibt bestehen; tokenisierte Plattformen sollen die vorhandene Infrastruktur ergänzen, nicht ersetzen.
Cipollone verlangt ihr Zusammenspiel bei sicherer Abwicklung in Zentralbankgeld.
Technologische Innovation soll Europas Fragmentierung überwinden und nicht in digitaler Form neu schaffen.
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