Offshore-Dollarorders übertragen Abwertungsdruck ins Inland
1 Mrd. Dollar zusätzlicher Netto-Dollar-Kauforders am Offshore-Terminmarkt geht mit rund 10 Basispunkten Abwertung am inländischen Kassamarkt einher. Das zeigt eine am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Absicherung verbindet die getrennten Märkte
Gerardo Ferrara, Andreas Schrimpf, Ganesh Viswanath-Natraj und Zijie Wang untersuchen bei LCH ForexClear zentral abgewickelte Devisentermingeschäfte ohne Währungslieferung (NDF).
Die Daten umfassen zehn Schwellenländerwährungen von 2013 bis 2025, täglich rund 5.500 Geschäfte und 30 Mrd. Dollar Nominalvolumen.
Je 1 Mrd. Dollar Netto-Dollar-Kauforders beträgt die geschätzte Abwertung am Kassamarkt rund 10 Basispunkte, beim Offshore-NDF rund 18 Basispunkte.
Im Modell übertragen Händler den Druck durch Absicherung am inländischen Kassamarkt; Kapitalkontrollen begrenzen die Arbitrage.
Bei niedrigen Brutto-Devisenpositionen der Händler beträgt die Kassareaktion 17,8 statt 7,1 Basispunkte bei hohen Positionen.
Die Kurse reagieren binnen Minuten.
Marktzugang verändert die Terminpreisdifferenz
Nach Chinas Wechselkursreform am 11. August 2015 weitete sich die Offshore-Onshore-Terminpreisdifferenz um rund 190 Basispunkte aus.
Malaysias Beschränkungen vom 11. November 2016 dämpften Offshore-Nachfragedruck; die Differenz sank.
Indiens Zentralbank erlaubte am 27. März 2020 heimischen Banken Offshore-NDF-Geschäfte ab 1. Juni 2020; danach schrumpfte die Differenz.
Nach erneuten Beschränkungen am 1. April 2026 stieg sie auf über 80 Basispunkte.
Für diese letzte Episode fehlen Transaktionsdaten; die Autoren verwenden Kursdaten.
Zusammenhang ist kein Kausalnachweis
Die Autoren betonen, dass tägliche Regressionen Zusammenhänge statt kausaler Preiseffekte messen.
Bilaterale, nicht zentral abgewickelte Geschäfte fehlen, und sämtliche erfassten Gegenparteien sind Banken.
Die Ergebnisse unterscheiden daher weder Anlegertypen noch einzelne Handelsmotive.