Sleijpen: Ukraine-Beitritt stärkt Europa und fordert EU-Reformen
Olaf Sleijpen, Präsident der De Nederlandsche Bank, bekräftigte in Kiew die Unterstützung der Niederlande für die Ukraine. Er betonte die Notwendigkeit, Europa durch Resilienz, Wachstum und Stabilität zu stärken und sieht den Ukraine-Beitritt als Katalysator für EU-Reformen.
Resilienz, Wachstum, Stabilität – Europas neue Trias
Olaf Sleijpen, Präsident der De Nederlandsche Bank (DNB), bekräftigte in Kiew die unerschütterliche Unterstützung der Niederlande für die Ukraine im Kampf gegen die russische Invasion.
Er betonte die bescheidene, aber volle Verpflichtung der Zentralbank zur Hilfe.
Nach einem emotionalen Besuch der Gedenkmauer für gefallene Helden unterstrich Sleijpen die Entschlossenheit, die Ukraine auf jede erdenkliche Weise zu unterstützen.
Er ordnete dies in den Kontext einer sich wandelnden Weltordnung ein, in der die Nachkriegsordnung auf Basis von Rechtsstaatlichkeit und Freihandel verschwindet.
Vor dem Hintergrund der Klimakrise, technologischer Risiken (insbesondere KI) und der alternden Bevölkerung muss die EU ihre Resilienz stärken, ihr Wachstumspotenzial steigern und Stabilität in einer instabilen Welt liefern.
Die DNB selbst intensiviert ihre Notfallplanung und lernt dabei von der ukrainischen Erfahrung im Schutz der Finanzstabilität unter extremsten Umständen.
Ukraine als Katalysator für EU-Reformen
Die Ukraine ist geografisch, historisch und wertebasiert ein integraler Bestandteil Europas und sollte Mitglied der Europäischen Union werden.
Ein Beitritt würde beiden Seiten erhebliche Vorteile bringen: Die EU erhielte militärische Expertise, eine größere Bevölkerung und einen belebten Binnenmarkt.
Die Ukraine würde durch die Integration Wirtschaftswachstum und Wohlstand erfahren.
Der Weg ist jedoch nicht ohne Herausforderungen.
Die wirtschaftliche Transformation wird Zeit beanspruchen.
Für die EU stellen sich Fragen bezüglich der Entscheidungsfindung und des Haushalts.
Sleijpen sieht diese Herausforderungen als ohnehin notwendig an, der Ukraine-Beitritt könnte als Katalysator für positive interne Reformen der Union dienen.
Hoffnung auf ein ukrainisches Wirtschaftswunder
Oberste Priorität hat nun ein ehrenhafter, gerechter und langfristig sicherer Frieden für die Ukraine.
Sleijpen äußerte die Hoffnung, dass das Land bald seine unglaublichen Talente, Resilienz, Kreativität und Innovationskraft für den Wiederaufbau und ein ukrainisches Wirtschaftswunder einsetzen kann.
Die De Nederlandsche Bank bekräftigte ihre Zusage, die Ukraine auch in Zukunft beim Wiederaufbau zu unterstützen, so wie sie es jetzt tut.